Wohnhaus
Paulistraße 34 · Braunsfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8272 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Paulistraße 34, 50939 Köln |
| Baujahr | 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.02.1998 |
| Stadtteil | Braunsfeld |
Erbaut: 1914; Bauherr und Architekt: Fritz Klein; in Nachbarbebauung eingebundenes, weit von der Straßenflucht zurückgesetztes, zweigeschossiges, traufständiges Einfamilienhaus über rechteckigem Grundriß mit ausgebautem Dachgeschoß im Heimatstil; Souterrain; Satteldach; Putzfassade (Trierer Kalkputz); Holzfenster mit Oberlicht (1950er Jahre);
Straßenseite: Erdgeschoß: pilasterartig gerahmte Eingangsnische mit Holztür und Oberlicht, zwei hochrechteckige Fenster; Obergeschoß: breites Putzgesims, ein hochrechteckiges Fenster, südwestlich ein Erker (trapezförmiger Grundriß); eine breite, querrechteckige Gaube;
Gartenseite: Erdgeschoß: südöstlich kleiner Vorbau mit Treppe zum Garten (zweiflügelige Holztür mit Klappläden, Granitstufen, Metallgeländer), daneben Treppe zum Souterrain (Holzfenster und -türe, vergittert); Obergeschoß: Balkon; eine breite, querrechteckige Gaube;
Im Inneren original erhalten: Grundriß weitgehend; teilweise Holztüren und -rahmen; Eingangsbereich: schwarz / weißer Terrazzoboden; Wohnräume im Erdgeschoß durch Schiebetür miteinander verbunden, Stuckdecke; Küche: Terrazzoboden, mit Linoleum überlegt; vom Erd- zum Obergeschoß: Holztreppe mit Rohrhandlauf, dann Holzhandlauf, neue Treppe zum Dachgeschoß; Dachgeschoß neu ausgebaut;
Der Vorgarten (Fußweg, Rasen), die straßenseitige Einfriedung (Sockel, Pfosten, Metallgitter, Hecke) und der rückwärtige Garten (überwiegend Rasen, teilweise Büsche) sind Bestandteile des Denkmals.
In der Besiedlungsgeschichte des vormals von schlichten Arbeiterhäusern bestimmten Vorortes Braunsfeld setzt mit der Anlegung des Stadtwaldes in den Jahren 1895-98 eine Wende in Bezug auf den Charakter des Vorortes zu einer Bebauung mit Villen und großbürgerlichen Mehrfamilienhäusern ein. Das Wohngebiet am Südrand des Industriegebietes von Ehrenfeld-Braunsfeld mit seiner Nähe zur Aachener Straße und der gleichzeitigen Nähe zum Villenviertel in Braunsfeld und Lindenthal, südlich der Aachener Straße, besaß zwar auch eine günstige Lage, konnte aber zunächst nicht erschlossen werden. Landwirtschaftlich genutzter Grundbesitz (der ehemalige Maarhof mit seinen Ländereien) verhinderte hier bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine Siedlungsentwicklung. Erst 1913 begann der ehemalige Hof- und Grundbesitzer Josef Pauli mit einer Siedlungsentwicklung an der Paulistraße, und zwar abseits der Aachener Straße. Siedlungsansatz bildete eine großzügige Platzgestaltung, nämlich die des um 1914/15 angelegten Pauliplatzes.
Zur unmittelbaren Erstbebauung des Terrains gehört die vom Architekten Josef Alsdorff 1914 entworfene Gebäudegruppe Paulistraße 36-46 sowie die im gleichen Stil an das Ensemble angebaute Paulistraße 34 von Fritz Klein. Die 1914 auf der Werkbundausstellung gezeigten Häuser von Alsdorff fanden auch im Kölner Local-Anzeiger (14.07.1914, die Paulistr. 34 ist auf der Zeitungsabbildung mit eingezeichnet) lobende Erwähnung: "eine hübsche Wohnungs-Kolonie ..., die Zeugnis davon ablegt, welch reizende Lösungen bei nicht zu engherziger Ausnutzung des Geländes seitens des Bauherrn und bei künstlerischer Durcharbeitung einer schönen Idee geschaffen werden kann. Neu und eigenartig ist es hier, an einer großen öffentlichen Platzanlage hinter der eigentlichen Bauflucht einen kleinen Platz auf privatem Gelände anzulegen und um diesen hübsche Einfamilienhäuser zu gruppieren. ... Die größere mit Rasen und Bepflanzungen versehene städtische Platzanlage mit angegliedertem Spielplatz bilden den weiteren Rahmen dieser freundlichen Wohnungskolonie, die mit ihrem vielen Grün, durch ihre ruhige Lage und durch die Nähe des Stadtwaldes sicher nicht ihre Anziehungskraft auf naturliebende Einwohner verfehlen wird."
Die von der Gartenstadtidee inspirierte und im Heimatstil errichtete Bebauung um den Pauliplatz stellt städtebaulich ein mustergültiges Beispiel der 1910er Jahre-Architektur dar, durch die auch in den folgenden Jahren der Stadtteil Braunsfeld im Bereich zwischen Maarweg, Aachener, Peter-vonFliesteden- und Stolberger Straße maßgeblich geprägt wurde. Als integraler Bestandteil der Erstbebauung des Terrains sowie als Teil einer geschlossenen, gestalterisch einheitlichen Bauzeile (Paulistr. 34-46) wird das o.g. Objekt unverzichtbares bauliches Dokument für die frühe Ausbauphase Braunsfelds.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0