Wohnhaus
Lindenallee 45 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2818 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lindenallee 45, 50968 Köln |
| Baujahr | 1924 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.03.1985 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die Villa Lindenallee 45 ist 1922 bis 1923 von dem bekannten Kölner Architekten Heinrich Müller-Erkelenz für den Generaldirektor Dr. Paul Müller errichtet worden. Nachdem das Haupthaus und der Ostflügel Mitte der 50er Jahre abgebrochen worden sind, stellt das Gebäude den letzten Rest der hochherrschaftlichen, streng symmetrisch geplanten Villenanlage dar. Das Erscheinungsbild des erhaltenen 1geschossigen westlichen Seitenflügels wird durch den Wechsel zwischen glattem Putz und Werkstein bestimmt. Der Sockelbereich sowie die reiche Fassadengliederung mit rustizierenden Ecklisenen, umlaufendem Gesims und Pilastern ist in Werkstein gearbeitet, während verputzte Blendbögen die z. T. gekuppelten Rundbogenfenster aufnehmen. Alle Fenster, die noch aus der Erbauungszeit der Villa stammen, sind mit reichem Sprossennetz versehen; die halbkreisförmigen Oberlichter erscheinen fächerartig gesproßt. Das gesamte Gebäude mit seitlichem Risalit wird durch ein Walmdach mit Dachhäuschen zur Belichtung des ausgebauten DG überfangen. Von der originalen Innenausstattung sind lediglich die Holztreppe, einige Zimmertüren und Randstuck erhalten. Hervorzuheben ist die in der Formensprache der 20er Jahre gestaltete seitliche Eingangstür und ein darüberliegendes Werksteinrelief. Die ursprüngliche Parkanlage wurde durch Grundstückparzellierung unterteilt, jedoch erscheint die höhergelegene Villa auch heute noch in eine großzügige Gartenlandschaft eingebunden. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschont und in originalem Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architektonisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Lindenallee 45 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung. Das Haus Lindenalle 45 ist in seiner Gesamtkonzeption und der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität. Als letztem Zeugnis einer ursprünglich schloßarigen Villenanlage und stilistisch an spätbarocke Lustschlösser anlehnenden Architektur ist das Gebäude von besonderer Wichtigkeit. Gleichzeitig stellt der Bau auch ein wichtiges Schaffenswerk des bekannten Architekten Heinrich Müller-Erkelenz dar und ist als solches auch publiziert worden (Heinrich Müller-Erkelenz, Köln 1928). Die Villa ist als qualitätsvolles Beispiel der Architekturentwicklung nach dem Ersten Weltkrieg, einer Epoche, der das besondere Interesse von Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln gilt, unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0