Doppelvilla
Schillingsrotter Platz 8 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4769 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Doppelvilla |
| Adresse | Schillingsrotter Platz 8, 50968 Köln |
| Baujahr | 1936 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1988 |
| Stadtteil | Marienburg |
Erbaut 1936, 2-geschossiger, 4-achsiger, freistehender Bau, weiß geschlämmte Backsteinfassaden, Flachdach.
Straßenfassade: axialer Aufbau, Eckrisalite, originale Sprossenfenster, Schlagläden, Seitenfassade mit Hauseingang und Fenstererker, originale Haustür; Inneres verändert; Rückfront: Parterreerker mit Balkon. Bestandteil des Denkmals ist auch die Gartenanlage mit der erhaltenen Einfriedung.
Das Doppelhaus Lindenallee 76/Schillingsrotter Platz 8 ist laut Grevens Adressbuch 1936 für den Bauherren R. Leysieffer errichtet worden. Der 2-geschossige Baukörper mit Flachdach zeigt einen streng axialen Aufbau mit 2 symmetrisch ausgerichteten Risaliten, die hufeisenförmig die Hausecken betonen.
4 Fensterachsen gliedern die schmucklose Straßenfassade; die originalen hochrechteckigen Fenster mit regelmäßigem Sprossennetz setzen durch ihre dunklen Fensterläden einen Kontrast zu der weiß geschlämmten Backsteinarchitektur. Die Hauseingänge befinden sich zu beiden Seiten der Doppelvilla und werden von einem Bogen überfangen. Zusätzlich wird die Eingangsseite durch ein Rundfenster und einen Fenstererker belichtet.
Die Rückfront öffnet sich mit Terrasse und Balkon im 1. OG zum Garten hin.
Die originale Haustüre der Haushälfte Lindenallee 76 ist erhalten geblieben, während die alte Innenausstattung laut Angaben des Eigentümers im Krieg vollständig zerstört wurde.
Ein schmaler Vorgaren mit der originalen Grundstückseinfassung in Bruchstein trägt zu einer ästhetischen Einheit des Eckhauses bei.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist.
Das Haus Lindenallee 76/Schillingsrotter Platz 8 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Doppelhaus Lindenallee 76/Schillingsrotter Platz 8 ist in seinen ausgewogenen Proportionen und in der sorgfältigen Durchbildung der Details ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Der Architekt hat hier ein Bauwerk errichtet, das die Ideen des "Neuen Bauens" der 20er Jahre aufgreift (Flachdach u. a.), jedoch gleichzeitig der lokalen Architektur, wie sie etwa in der einfach getünchten Backsteinfassade, den Sprossenfenstern und Fensterläden zum Ausdruck kommt, verbunden bleibt.
Die Villa ist als historisches Dokument der Architekturentwicklung Mitte der 30er Jahre, an deren weitergehender Erforschung ein wissenschaftliches Interesse besteht, unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0