Wohn- u. Fabrikgebäude
Venloer Straße 21 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2827 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Fabrikgebäude |
| Adresse | Venloer Straße 21, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.03.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Gebäude Venloer Straße 21, Teil der ursprünglichen Bebauung des Grundstücks, wurde um 1900 als Wohn- und Fabrikationsgebäude mit vier Achsen und einer abgeschrägten Achse am ehem. Anschluß zum zerstörten Teil des Gebäudes, einem Treppenhaus und einer 5geschossigen (Souterrain und Kellergeschoß einbegriffen), 4achsigen Fabrikationsanlage mit einer gegliederten, gelben Klinkerfassade errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Lage und Erschließung des Baukörpers nutzen den Zuschnitt der im rückwärtigen Teil zur Antwerpener Straße hin abgeknickten Parzelle. Der linke Gebäudeflügel (Wohnteil) wurde bis zum 2. OG ergänzend und in Übernahme der ursprünglichen Sturz- und Gesimsform wieder aufgebaut. Der mittlere Teil des Gebäudes, das Treppenhaus, trennt die rückwärtig gelegene Produktionstätte vom vorderen Wohnteil. Vom ursprünglichen Ausbau sind die zweiflügelige Haustür, die gerade, zwei- und gegenläufige, rechtswendende Steintreppe mit profilierten Rändern der Trittstufen, einem schmiedeeisernen Geländer und zweiflügelige, gefelderte Stahltüren zu den Fabrikhallen erhalten. Der Grundriß des anschließenden Fabrikflügels endet abgewinkelt und mit abgeschrägter Innenecke. Der günstige Flächenzuschnitt erhält durch hohe, etwa quadratische Stichbogenfenster außerordentlich günstige Belichtungsverhältnisse. Die Deckenkonstruktion, in jedem Geschoß mit Unterzug und Vierkantstütze, besteht aus Stahlprofilen, die mit Beton ausgegossen sind. In der Außenansicht wird die Vertikalität durch die aufeinander gereihten Stichbogenfenster, Knickkanten, Lisenen und das vorspringende Treppenhaus betont. Die von Geschoß zu Geschoß abnehmenden Brüstungshöhen geben der Fassade optische Überhöhung. Die Horizontalität, bestehend aus der Schichtung des Mauerwerks, dem durchlaufenden Dachgesims und den EinzelFensterbankgesimsen, ordnen sich der ihr gegenüber stärker ausgeprägten Vertikalität eindeutig unter. Die Fenster der beiden rechten Endachsen sind vergittert. Fensterrahmen und -flügel bestehen aus Stahl. Der unterhalb des Bogenansatzes plazierte, vorkragende Kämpfer teilt die drei vertikalen, gleichmäßigen Fensterfelder in einen unteren und den Oberlichtbereich auf. Die aufgezeigten Merkmale sind funktionsbezogene und für Fabrikbauten aus der Zeit des Jugendstils typisch.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0