Wohn- u. Geschäftshaus

Venloer Straße 19 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6641
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Venloer Straße 19, 50672 Köln
Baujahr1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.10.1992
Stadtteil Neustadt/Nord

1897 erbaut; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Werksteinfassade mit Gliederungen in Anklängen an die Gotik, originale Toreinfahrt und Ladenfront. Fenster teilweise original, Haustür original. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter, mehrfarbiger Fliesenboden, hölzerne Treppenanlage mit gedrechselten Stäben und Holzhandlauf (Geländer bis zum 1. OG verschalt), profilierte Wandleiste in halber Höhe, Deckenstuck über den Treppenpodesten, in allen Stockwerken originale Etagentüren, im EG hoher ehemaliger Ausstellungsraum mit Stützpfeilern und Stuckleisten an der Decke (heute Lokal). Rückseite: backsteinsichtig (im EG gestrichen), seitlicher Anbau (abgerundete Ecke mit Büste), Fenster teilweise original.

Ehemalige Schweißerei-Halle: Wiederaufbau von 1943, satteldachförmige Stahlbinderkonstruktion mit eingehängten Wänden, parallel zur Dachfläche satteldachartige und an den Seiten abgewalmte Glasaufbauten mit Längssprossen (die hinteren Aufbauten nur mit seitlicher Verglasung), im vorderen Giebelfeld ein abgeschrägtes und durch einen Mittelpfosten zweigeteiltes Fenster mit Sprossen. Im Innern erhalten: Kranbahnanlage mit Laufkatze (Fortsetzung dieser Vorrichtung im Hof).

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Miethäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Venloer Straße, bereits vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde zum größten Teil um 1884/85 bebaut. Das in einer späteren Bauphase errichtete Haus Nr. 19 gehört im Neustadt-Teil der Venloer Straße zu den wenigen Zeugnissen der Erstbebauung. Gleichzeitig ist es integraler Bestandteil eines hier mit seinen Nachbarhäusern (Nr. 9, 11 und 17) gebildeten Ensembles. Bauhistorisch ist es ein qualitätvolles Beispiel einer Gründerzeitarchitektur mit Anklängen an die Neugotik, wobei die verschiedenen Fensterformen als gestalterisches Mittel besonders hervortreten. Angesichts der bei vielen Häusern vorgenommenen Veränderungen im Erdgeschoßbereich erhält obiges Gebäude insofern zusätzliche Bedeutung, als die historische Einfahrt und Ladenfront noch erhalten blieben. Die rückwärtig gelegene ehemalige Schweißerei-Halle aus dem Jahr 1943 ist Teil des Denkmals. Sie dokumentiert das seit den 30er Jahren an das Haus angeschlossene Gewerbe und stellt vor allem ein qualitätvolles Beispiel eines Hallenbaus mit einer Stahlbetonbinderkonstruktion und eingehängten Außenmauern dar. In der Kriegszeit versprach diese Bauweise eine größere Standfestigkeit und Sicherheit. Vergleichsweise aufwendig und daher baukünstlerisch bemerkenswert gestalten sich die hohen gläsernen Dachaufbauten, die in der Halle nicht nur eine gute Belichtung ermöglichen, sondern auch einen lebhaften Kontrast zur Geschlossenheit der Betonflächen bilden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0