Wohnhaus
Ehrenfeldgürtel 164 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2856 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ehrenfeldgürtel 164, 50823 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1985 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Der alleeartig ausgebaute Ehrenfeldgürtel ist Teil des um Köln nach der Jahrhundertwende bebauten Stadtgürtels. Er führt hier durch das Ensemblegebiet Neuehrenfelds.
Die beiden 3geschossigen Mietstockwerkshäuser 164 und 162 wurden - wahrscheinlich ursprünglich absolut gleich - lt. Inschrift im Jahr 1906 erbaut. Der Ladeneinbau im EG des Hauses Nr. 162 erscheint aus späterer Zeit. Die an den Außenachsen symmetrisch angeordneten Haustüren sich beide original erhalten - wie denn überhaupt der Zustand beider Häuser von einer seltenen Geschlossenheit und Vollständigkeit ist. Darüber hinaus zeigen die harmonisch gestalteten, in den OGs axial gegliederten Fassaden in besonders schöner Weise Differenziertheit und Fülle des architektonischen Reichtums eines heimatlichen Jugendstils, der im Haus Nr. 164 bis in die feine Sprossenaufteilung der (nach dem original erneuerten) Fenster erhalten blieb. Bemerkenswert ist der polygonal vorgesetzte 1achsige Erker des 1. OG, dessen rund abschließende Dachform die konkave Rundung des darüberliegenden Fensters aufängt. Ein Schmuckgiebel mit etwas exotisch verzierten einschwingenden Flanken nimmt den Effekt der verfliesten Fensterstütze im 2. OG akzentuierend auf. Sehr phantasievoll ist auch der historische Ausbau, der in beiden Häusern gleich ist und weitgehend erhalten blieb. Der Terrazzoboden im Hauseingang ist wie ein Läufer ornamentiert, der sich über die Differenzstufen aus Terrazzo bis zur Holztreppe mit Holzgeländer erstreckt. Die Seitenwände sind verfliest, darüber ist die Stuckverzierung an Wand und Decke erhalten. Erhaltenswert sind auch die in Glasflächen aufgelösten Wohnungsabschlüsse, die restauriert werden. Im 1. OG sind die historischen Türen und Stuckdecken unbedingt denkmalwürdig, während im 2. OG und DG der Originalausbau weitgehend fehlt. Die im Ensemblebereich Neuehrenfelds noch relativ vollständig erhaltene Bebauung blieb auch in der Häuserzeile Ehrenfeldgürtel Nr. 158 - 168 bewahrt. Die meist 3geschossige dekorative Vorstadtbebauung zeigt noch heute Glanz und Reichtum der wirtschaftlichen Hochblüte Kölns nach der Jahrhundertwende, die mit dem formalen und architektonischen Reichtum des Jugendstils sich verband. Als Dokument dieser Zeit ist das o. g. Gebäude unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0