Wohnhaus
Ehrenfeldgürtel 160 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1648 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ehrenfeldgürtel 160, 50823 Köln |
| Baujahr | 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.10.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil (St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz) bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Der Ehrenfeldgürtel liegt hier am Rand des Ensemble-Bereichs Neuehrenfeld und dokumentiert die Kombination von Wohn- und Verkehrsstraße im randstädtischen Bereich.
Das 1908 erbaute, viergeschossige Wohnhaus besitzt drei Achsen und weist in den Obergeschossen eine axiale Symmetrie auf, die leider durch die entstellend erneuerten, breiten Fenster des Mittelerkers verwischt wird (unsymmetrische Anordnung des Fensterkreuzes). Stilistisch ist eine Zuordnung zum Jugendstil möglich, hinzu kommen barocke Elemente der Brüstungen und Fensterumrahmungen. Im Erdgeschoß bändern über einem geriefelten Sockel horizontale Scheinfugen den Stuck, wobei die Fenster- und Türstürze als Segmente ausgebildet sind.
Im ersten Obergeschoß wird der auf zwei Konsolen vorkragende Erker seitlich von Stuckpilastern eingerahmt; die zwischen den horizontal durchlaufenden Fensterbankgesimsen eingespannt sind. Unterhalb des Erkergesimses befindet sich im ersten Obergeschoß eine geschweifte Brüstungsplatte, die über dem Fenster einem Stuckbogen entspricht. Im zweiten Obergeschoß ist über dem Erkerfenster ein doppelter Bogen mit Mittelkantensohle angebracht. Die untere Fensterbankornamentik entspricht der der Seitenachsen, wo allerdings darauf ein um das Fenster herumlaufender, mit einem Bogen abschließender Stuckrahmen aufsetzt. Sehr barock erscheint die Einrahmung der Seitenachsen im ersten Obergeschoß, wo der Rahmen seitlich an den Oberlichtern und über dem Sturz ausschwingt.
Das dritte Obergeschoß weist über dem Erker einen Balkon auf, im übrigen ist die neuere Fassade glatt verputzt. Das Dach darüber ist nicht ausgebaut.
Im Inneren ist der stark vom Jugendstil geprägte Eingang erhalten geblieben. Terrazzoboden mit Sternornament, Jugendstil-Wandfliesen und die mit teilweise ornamentierten Stuckbändern geschmückten Wand- und Deckenflächen bilden ein einheitliches Ganzes, dem auch die Terrazzotreppe mit Holgeländer und die Wohnungs- und Zimmertüren entsprechen. Im Erdgeschoß sind Stuckdecken erhalten geblieben.
Die rückwärtige Fassade wurde verputzt, weist aber noch original bleiverglaste Fenster auf.
Städtebaulich ist hervorzuheben, daß der Ehrenfeldgürtel in der näheren Umgebung des Gebäudes fast vollständig die originale Bebauung aufweist. Auch das o.g. Gebäude ist ein unverzichtbarer Teil dieses sehr gut erhaltenen Ensembles, das durch die Bäume der Straße und die Begrünung der Innenhöfe den wohnlichen Charakter Neuehrenfelds dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0