Wohnhaus
Wittgensteinstraße 9 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2905 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wittgensteinstraße 9, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.03.1985 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preussischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sog. Krieler Dömchen (der kath. Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil des Stadtteilss geschaffen (nach der Eingemeindung in die Stadt). Die Wittgensteinstraße ist eine Wohnstraße im Innenbereich Lindenthals.
Das um 1900 errichtete Mietwohnhaus mit vier Achsen ist mit seiner 3geschossigen kräftig ausgeprägten Stuckfassade noch ganz dem Historismus zuzurechnen. Die Häuser Nr. 9, 11 und 13 sind eine Gebäudegruppe, die eng zusammengehört, da sie nicht nur alle mit den gleichen spätklassizistischen Dekorationselementen geschmückt sind. Vor allem in der Übergiebelung des 1. OG ist der Wechsel zwischen halbrunder und dreieckiger Form sehr bewußt variiert. Im mittleren Bau Nr. 11 wird der Dreiecksgiebel bei den beiden Mittelachsen nebeneinander gesetzt, während bei den beiden seitlichen Bauten die Giebelformen symmetrisch je Achse wechseln. Unterstützt wird diese Mittelbetonung auch durch halbrunde Säulenvorlagen, die einmal niedrig, bei den Seitenhäusern flankierend eingesetzt wurden. Die Gebäude sind, obwohl verschiedenen Besitzern zugehörig, weitgehend original erhalten (Haus Nr. 13 weist im EG ein Ladenfenster auf). Originale Haustüren, originale oder stilrichtig erneuerte Fenster. Städtebaulich ist die Hausgruppe ein wertvolles Beispiel gebäudeübergreifender Architektur, die sich aber noch ganz an historische Vorbilder anlehnt (axiale Struktur der Gruppe trotz Reihung der Fenster im 2. OG). Nicht zufällig ist das Eckhaus Nr. 15, nochmals die Architektursprache steigernd, im Stile des Rokoko ornamentiert. Im Innern sind die Häuser ebenfalls gleichartig im anspruchsvoll historisierenden Stil ausgestattet. Im Eingangsflur bunt ornamentierter Fliesenbelag, dann schöne Holztreppe mit Holzgeländer; im Haus Nr. 13 sind auch die buntverglasten Treppenhausfenster original. Auch die Wohnungs- und Zimmertüren sind historisch, größtenteils auch noch Stuckdecken in den Räumen (v. a. Haus Nr. 9). Im Haus Nr. 9 sind auch alle Fenster historisch. Haus Nr. 11 und 9 haben ein kleines Gärtchen, auf die die rückwärtigen, überall in Backstein erhaltenen, Fassaden blicken.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0