Wohn- u. Geschäftshaus

Wittgensteinstraße 13 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2038
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Wittgensteinstraße 13, 50931 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.01.1984
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren, preußischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sogenannte Krieler Dömchen (katholische Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, war die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil des Stadtteils geschaffen (auch der Eingemeindung in die Stadt). Die Wittgensteinstraße ist eine Wohnstraße im Innenbereich Lindenthals.

Das um 1900 errichtete Mietwohnhaus mit vier Achsen ist mit seiner dreigeschossigen, kräftig ausgeprägten Stuckfassade noch ganz dem Historismus zuzurechnen. Die Häuser Nr. 9, 11 und 13 sind eine Gebäudegruppe, die eng zusammengehört, da sie nicht nur alle die gleiche Größe haben, sondern auch alle mit den gleichen, spätklassizistischen Dekorationselementen geschmückt sind. Vor allem in der Übergiebelung des ersten Obergeschosses ist der Wechsel zwischen halbrunder und dreieckiger Form sehr bewußt variiert. Im mittleren Bau Nr. 11 wird der Dreieckgiebel bei den beiden Mittelachsen nebeneinander gesetzt, während bei den beiden seitlichen Bauten die Giebelformen symmetrisch je Achse wechseln. Unterstützt wird diese Mittelbetonung auch durch halbrunde Säulenvorlagen, die einmal mittig, bei den Seitenhäusern flankierend eingesetzt wurden. Die Gebäude sind, obwohl verschiedenen Besitzern zugehörig, weitgehend original erhalten (Haus Nr. 13 weist im Erdgeschoß ein Ladenfenster auf). Originale Haustüren, originale oder stilrichtig erneuerte Fenster.

Städtebaulich ist die Hausgruppe ein wertvolles Beispiel gebäudeübergreifender Architektur, die sich aber noch ganz an historische Vorbilder anlehnt (axiale Struktur der Gruppe, trotz Reihung der Fenster im zweiten Obergeschoß). Nicht zufällig ist das Eckhaus Nr. 15, nochmals die ArchitekturSprache steigernd, am Stil des Rokoko orientiert.

Im Inneren sind die Häuser ebenfalls gleichartig in anspruchsvoll historisierendem Stil ausgestattet. Im Eingangsflur bunt ornamentierter Fliesenbelag, dann schöne Holztreppe mit Holzgeländer, im Haus Nr. 13 sind auch die bunt verglasten Treppenhausfenster original. Auch die Wohnungs- und Zimmertüren sind historisch, größtenteils auch noch Stuckdecken in den Räumen (vor allem Haus Nr. 9). In Haus Nr. 9 sind auch alle Fenster histroisch, Haus 11 und 9 haben ein kleines Gärtchen, auf die die rückwärtigen, überall in Backstein erhaltenen Fassaden blicken.

Die Häuser sind architektonisch und kunsthistorisch von außerordentlichem Wert und daher unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0