Wohnhaus
Wittgensteinstraße 12 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7851 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wittgensteinstraße 12, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.04.1996 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut um 1900; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Ziergiebel; 4 Achsen (Eingang links); Backsteinfassade mit Stuckgliederung im Stil der Neo-Renaissance; Kellersockel und EG mit breiten, unterschiedlich profilierten Lagerfugen; Eingang portalartig gerahmt (Pilaster mit Kompositkapitellen, Architrav und Sprenggiebel mit Muschelornament); die beiden linken Achsen im 1./2. OG erkerartig vorgestuft und in der Dachzone durch getreppten, reich geschmückten Giebel überhöht; pilasterartig gerahmte Fensteröffnungen mit profilierten Verdachungen/Giebelbekrönungen (1. OG, zwei linke Achsen) und ornamentierte Fensterbrüstungen (1. OG); Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG), Sohlbankgesimse (EG; im 1./2. OG verkröpft auf Konsolen) und Traufgesims; Dachgauben mit Volutenrahmung; Fenster original (außer Dachfenster und 1. OG zwei rechte Fenster: stammen aus anderem Haus); beim Originalfenster im EG links fehlt das Kämpferprofil (Klötzchenfries).
Rückfront: 4 Achsen (rechts im Treppenhaus/WC-Bereich vorgestuft); backsteinsichtig; Horizontalgliederung und Betonung der Stichbögen mit gelbem Backstein; Kellerabgang und Hoftreppe mit originalem Metallgeländer; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster unterschiedlichster Provenienz, vermutlich teilweise nach dem Krieg aus zerstörten Gründerzeitbauten entnommen (EG, 1.OG rechts), teilweise nach dem Krieg erneuert (Kreuzstockholzfenster im 1.OG links, großflächige Holzfenster mit Oberlichtern und Holzverkleidungen in den Stichbögen im 2.OG, Kunststoffdrempelfenster, Kreuzstockholzfenster im Treppenhaus); Hoftür von etwa 1900/12 (ursprünglich nicht zum Denkmal gehörig), nachträglich neu verkleidet.
Innen original: Vorflur: Terrazzoboden (geringfügig beschädigt) mit Mittelornament (im Eingangsbereich); zwei beschädigte Marmorstufen; hölzerne Wandvertäfelung und profilierte Wandspiegel (Stuck) im Vorflur rechts; Decke mit gerahmten Putzflächen/Zahnfries; rundbogiger, profilierter Durchgang zum Treppenhaus; Treppenhaus: Terrazzobelag (geringfügig beschädigt); hölzerne Treppenanlage (Antritts-, Zwischenpfosten, Geländerstäbe, Handlauf, Stufen, Dielenböden auf den Zwischen- und Geschoßpodesten); nachträglicher Einbau einer Naßzelle auf dem Geschoßpodest des 1.OG; Keller: Backsteinboden; preußischen Kappen; Wohnungen: EG: Grundriß (außer nachträglichem Badezimmereinbau); eine Zimmertür mit Rahmen und kassettierter Laibung; großes Straßenzimmer mit aufwendigem Deckenstuck (Mittelrosette mit starkplastischem Relief: Früchte- und Blumenmotive; Deckenfeld mäanderartig gegliedert und mit wulstartigen Girlanden abgesetzt; rahmende Stuckleiste, einseitig zerstört); Dielenböden (teilweise schlechter Zustand, teilweise neu belegt); Fensterbänke der Straßenzimmer aus belgischem Granit; 1.OG rechts: Grundriß (außer nachträglichem Badezimmereinbau); 2 Zimmertüren; eine zweiflüglige Zwischentür; Stuck in den Straßenräumen (doppelte Stuckleiste mit Mittelrosette); Fußleisten; Dielenböden; 2.OG rechts: eine Zimmertür mit Rahmen und Beschlag; zweiflüglige Zwischentür mit Rahmen; Stuckleisten im Straßenzimmer; Dielenböden.
Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten mit dreiseitiger Einfassungsmauer (seitliche Mauern vermutlich nach dem Krieg wiedererrichtet; rückwärtige Mauer mit Vorlagen original).
Die historische Entwicklung Lindenthals als westlicher Vorort Kölns beginnt 1843 mit dem Plan zur Gründung einer Wohnkolonie durch die Kölner Bürger Thelen und Fühling, die damals im Bereich der heutigen Dürener-, Falkenburg-, Herder- und Theresienstraße Land erwarben, das gesamte Grundstück parzellierten und veräußerten.
Ab 1846 begann die Bebauung zunächst nur sehr zögerlich. Erst in Folge der Eingemeindung Lindenthals nach Köln im Jahre 1888 setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit, u. a. entlang der Wittgensteinstraße ein. Es entstanden hier gründerzeitliche Bauten, deren repräsentativ angelegte Fassadengestaltung sich durch eine variantenreiche Kombination von klassizistischen und Renaissance-Formen auszeichnet.
Das o. g. Objekt bildet im Straßenbild der durch starke Kriegszerstörung geprägten Wittgensteinstraße nicht zuletzt auch wegen seines hoch aufragenden, reich geschmückten Ziergiebels einen wichtigen Blickpunkt.
Als bauliches Dokument der ursprünglichen Bebauung dokumentiert das Gebäude die stadteilprägende Bebauung und ist unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0