Wohn- u. Atelierhaus
Auf dem Römerberg 25 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2934 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Atelierhaus |
| Adresse | Auf dem Römerberg 25, 50968 Köln |
| Baujahr | 1931 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.04.1985 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Wohnhaus ist 1932 von dem Architekten Dominikus Böhm als eigenes Haus mit Atelier gebaut worden. Mit seinen klaren geometrischen Formen und den dazu sich scharf abzeichnenden Architekturteilen wie Fenster, Erker, Terrasse, Balkon bei vollständigem Verzicht auf oberflächliche Ornamentik, weist der Bau unübersehbar auf die von Walter Gropius entwickelten Bauhausideen hin. Die Villa hat drei Geschosse, Gartengeschoß (Untergeschoß), Erd- und Obergeschoß, die sich über einem winkelförmigen Grundriß erheben. Ein leicht geneigtes Satteldach, gedeckt mit dunkelgraubraunen Ludovici-Pfannen, schließt den Baukörper nach oben ab. Das Haus ist mit Bimssteinen errichtet worden, die mit einem einfachen weißen Putz versehen sind. In die weißen Wandflächen schneiden Fenster und Fensterbänder ein, die sich mit ihren sehr zurückhaltend profilierten schwarzen Stahlrahmungen und engstehenden Pfosten scharf von dem hellen Untergrund abheben. Die den klaren Formen des Hauses entsprechenden Erker sind mit den gleichen dünnen Stahlprofilen konstruiert, wodurch sie wie räumlich verschobene Fenster wirken. Das Innere des Hauses spiegelt in seiner konstruktiven Logik die inneren Funktionsabläufe wider. So ist die Größe der Lichtöffnungen dem Bedarf entsprechend dimensioniert, was die unterschiedlichen Fenstergrößen am Außenbau erklärt. Zur Straßenseite sind nur nebensächliche Räume mit schmalen Fensterbändern angeordnet, während das rückwärtige Atelier und der Wohnraum sich mit breiten Fenstern und einem großen, nach drei Seiten verglasten, Erker zum terrassierten Steingarten öffnen. Die ehem. Schlafzimmer im OG sind dann wieder zurückhaltender mit einem Erker für die Eltern und einfachen Fenstern in den Kinderzimmern belichtet. Ein sehr schmales Treppenhaus im zur Straße gelegenen Gebäudeteil verbindet alle Geschosse miteinander, wobei der Architekt mittels der engstehenden runden Stahlprofile des Geländers dem Schrägverlauf der Treppe entgegenwirkt. Der gesamte Bau ist, abgesehen von einigen wenigen Grundrißveränderungen, noch original erhalten. Die Veränderungen erklären sich aus der Erweiterung der Atelier- und Büroflächen und sind durchweg in Leichtbauweise vorgenommen worden. Nach Durchrostung der leichten Stahlkonstruktion des großen rückwärtigen Erkers ist diese mit originalen Profilformen neu errichtet worden. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüberhinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Auf dem Römerberg 25 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtbaulichen "Ensembles Villenvorort Marineburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in qualitätvoller Weise und lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur sog. Moderne dokumentiert, zumal diese in quantitativer Hinsicht unterrepräsentiert ist. Gerade durch die Vielfalt der Stile bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung. Das Haus Auf dem Römerberg 25 ist in seiner der Bauhausidee verpflichteten Konzeption und in der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. In seinen klaren Formen, ausgewogenen Proprotionenn und raffiniert zurückhaltenden Details erreicht das Haus eine räumliche Harmonie und Ruhe, die dem Ideal des Einheitskunstwerks nahe kommt. Der Erbauer des Hauses, Dominikus Böhm, galt als richtungsweisender Architekt für den modernen Kirchenbau seiner Zeit. Von ihm sind u. a. in Köln St. Engelbert in Riehl, St. Elisabeth in Hohenlind, St. Anna in Ehrenfeld (zusammen mit seinem Sohn Gottfried Böhm) sowie die Marienburger Kirche St. Maria Königin errichtet worden. Charakteristisch für diese Sakralbauten sind deren schwere wuchtige Formen im Außen- und Innenbau. Demgegenüber zeigt Böhm in seiner Profanarchitektur deren Wesensverschiedenheit zum Sakralbau, indem sie der Zweckmäßigkeit räumlicher Bedürfnisse mit vereinfachten Formen antworten soll. Dies jedoch nicht verstanden als Akzeptanz des kleinsten Nenners von Raumbedürfnissen, sondern verpflichtet der Werkbundidee, nach der eine Auswahl unter dem besten, was Kunst, Industrie und Handwerk hervorbrachte, für das Bauwerk getroffen werden muß. In bezug auf Böhms Kirchenbauten bedeutet das Wohnhaus somit einen wichtigen Aspekt in seiner Arbeit. Darüberhinaus stellt der Bau ein wichtiges Zeugnis der Architekturentwicklung Anfang der 30er Jahre dar, an deren weitergehenden Erforschung ein wissenschaftliches Interesse besteht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0