Wohnhaus

Auf dem Römerberg 40 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8079
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Auf dem Römerberg 40, 50968 Köln
Baujahr1927
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.04.1997
Stadtteil Marienburg

Erbaut 1927; Architekt: Georg Falck; zweigeschossige Villa auf Eckgrundstück über winkelförmigen Grundriß; Walmdach mit Dachgauben und stark vorkragendem, profiliertem Dachgesims; hell verputzte Fassade.

Eingangsseite: zweiachsige Fassadengliederung durch weit zurückspringende südwestl. bzw. weit vorspringende südöstl. Gebäudehälfte; überdachter Eingang mit Treppenvorbau auf südwestl. Gebäudehälfte; hölzerne Eingangstür mit Glasfüllung (vergittert); Holzfenster (verschiedene Formen: zwei-, dreiteilig, Rund-, Schlitzfenster) mit farblich abgesetzter Fenstereinfassung; Fenstererker über dreieckigem Grundriß; Gartenseite: asymmetrische Fassade durch nordöstl. Terrasse, deren Überdachung zugleich der Boden des Balkons im Obergeschoß ist; Holzfenster mit farblich abgesetzter Fenstereinfassung und Klappläden; hölzerne Balkon- und Terrassentüren (vergittert) mit Glasfüllung; Balkon- und seitliches Terrassengeländer (Metall) sind formgleich; Nordseite: Wandfläche mit fünfteiligem Holzfenster und längsrechteckigem, eingeschossigem Vorbau (Seiteneingang); Westseite: zwei Fensterachsen; Holzfenster mit farblich abgesetzter Fenstereinfassung, im Obergeschoß mit Klappläden, im Erdgeschoß vergittert; geschlossenes Schwimmbad (größtenteils unterirdisch) nachträglich angebaut;

Im Inneren original erhalten: Treppenhaus (Holztreppe; vom EG zum OG Handlauf (Holz); im OG Antrittspfosten und Holzstabgeländer); zum großen Teil profilierte Holztürrahmen, Holztüren und Fenster- und Türklinken; Stuckdecken; Erdgeschoß: Eingangsbereich und östl. Räume Parkett; teilweise Wände mit Putzfeldern und Stuckrahmung; hölzerne Schiebetür zw. östl. Räumen; Küche u. Seiteneingangsbereich: geometrischer Schmuckfliesenboden (unterschiedl. große u. farbige Fliesen); Obergeschoß: profilierte hölzerne Einbauschränke; Dachgeschoß: z.T. neu ausgebaut.

Die Einfriedung, der Vorgarten sowie der Garten (lichter Garten mit überwiegend Rasenfläche; schmales, längliches Bruchsteinwasserbecken; tieferliegende Garagenzufahrt am östl. Gartenende durch Bepflanzung zusätzlich abgeschirmt) sind Bestandteile des Denkmals.

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im 2. Weltkrieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. In den 1870er Jahren wurde auf Initiative von Ernst Leybold in Marienburg mit der Villenbebauung begonnen. Dank der unterschiedlichsten hier wirkenden Kräfte ist Marienburg nicht nur eine "englische Gartenstadt", sondern vielmehr auch so etwas wie ein "lebendiges Architekturmuseum", in dem auserlesene Beispiele die verschiedensten Strömungen einer über 100 jährigen Architekturgeschichte erläutern.

Die Villa "Auf dem Römerberg 40" ist Teil einer einheitlichen Planung des Architekten Georg Falck, die außerdem die Häuser Unter den Ulmen 1-5 umfaßt, und die im Zusammenhang mit der Gesamterschließung des ehemaligen Geländes der Rheinischen Brauerei-Gesellschaft stand. So wurde die Straße Auf dem Römerberg auch erst 1927 angelegt und das Haus "Auf dem Römerberg 40" ist eines der ersten, wenn nicht sogar das erste Gebäude, welches in dieser Straße errichtet wurde. Georg Falck, vielbeschäftigter und neben Robert Stern bedeutendster Kölner Architekt jüdischen Glaubens in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, arbeitete seit 1919 auch in Marienburg, wo er mit insgesamt 10 Objekten vertreten ist. Seine Bauten direkt nach dem 1. Weltkrieg zeigen Traditionsverbundenheit, sind aber im Erscheinungsbild oft von äußerster Sachlichkeit und Zurückgehaltenheit. Ende der 20er Jahre zählt Georg Falck zu den fortschrittlichen und konsequenten Vertretern des "Neuen Bauens" in Köln. Er ist in jenen Jahren einer der wichtigsten Architekten auf dem Sektor des Warenhausbaus im Deutschen Reich. So war Georg Falck auch ab etwa 1911 bis zu seiner Emigration "Hausarchitekt" der Leonhard Tietz A.G..

In dem Gebäude "Auf dem Römerberg 40" verschmelzen traditionelle (z.B. Walmdach, Grundriß, Klappläden) und expressionistische Formensprache (z.B. Fenstererker und die dessen Form nachzeichnende Dachauskragung) sowie die des Neuen Bauens (z.B. Einfriedung, über Eck gestellte Fenster) zu einem harmonischen Ganzen. Die spezielle Lage des Grundstücks an der Straßenecke Unter den Ulmen/Auf dem Römerberg wurde von Falck in der Konzeption des Gebäudes berücksichtigt, indem er mit dem winkelförmigen Grundriß das Gebäude auch auf die Eckansicht hin ausrichtete. Die Villa "Auf dem Römerberg 40" ist als typisches 20er Jahre Gebäude, in dem sich traditionelle und moderne Architektur harmonisch verbinden, als wichtiges Werk innerhalb des Oeuvres Georg Falcks und als charakteristisches Beispiel der 20er Jahre Bebauung Marienburgs ein unbedingt zu erhaltenes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0