Wohnhaus

Nordstraße 27 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3006
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nordstraße 27, 50733 Köln
Baujahrum 1880 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.06.1985
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Nordstraße ist eine im nördlichen Ensemblebereich von Nippes gelegene Wohnstraße mit sozial und historisch außerordentlich gemischter Bebauung.

Das um 1880 bis 1890 erbaute 2geschossige Wohnhaus gehört zu den ältesten Bauten auf dieser Straße. Seine 2geschossige Fassade stammt aus der Spätzeit des klassischen Historismus und zeigt - wie auch das etwa aus der gleichen Zeit stammende Haus Nr. 12 - plastische spätklassizistische Stuckgliederungen. Im 1. OG ist sie zwischen Decken- und Kranzgesims eingespannt und verdeckt weitgehend die feinteilige Ziegelwand. Ein wesentliches Element dieser kräftig proportionierten Fassade sind die Dachgauben, die original vorhanden sind und von denen die rechte über der Eingangs- und Hauptachse als aediculaartiger Schmuckgiebel ausgebildet ist. Sehr reizvoll ist auch das nur in dieser Achse eingefügte Brüstungsgitter vor dem Priser Fenster, während die Brüstungen der anderen Fenster als Scheinbalustraden mit einem Blumengitter ausgebildet wurden. Die überaus reizvolle Fassade im französischen Stil wird vervollständigt durch einen fast noch vollkommen erhaltenen, reichen Ausbau, der sogar noch die Buntglasfüllungen in den Zwischentüren des EG und 1. OG und alle Stuckdecken im EG beinhaltet. Auch die Fenster, die originalen Innentüren und Holztreppe sind Dokumente soliden handwerklichen Ausbaus. Im Eingang ist der Ornamentfliesenbelag an Wänden und auf dem Boden erhaltenswert. Städtebaulich gehört das o. g. Objekt zweifellos zu den bedeutendsten frühen Bürgerbauten der Nordstraße bzw. von Nippes überhaupt. Es dokumentiert den historsch geprägten architektonischen Anspruch des Bürgertums der 80er Jahre, dessen Bauwille noch zum Gesamtkunstwerk hin tendierte. In der meist mit Mietstockwerksbauten bebauten Straße ist dieses einmalige Einfamilienhaus ein schützenwertes Beispiel aus der Blütezeit des klassischen Historismus.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0