Wohnhaus

Kastanienallee 13 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3100
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kastanienallee 13, 50968 Köln
Baujahrum 1935
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.08.1985
Stadtteil Marienburg

Die 1- bis 2geschossige Doppelvilla ist 1936 von dem Architekten Heinrich Bartmann in den traditionellen Architekturformen der Stuttgarter Schule für die Universitätsprofessoren Seyffert und Kroll errichtet worden. Entsprechend den Prinzipien dieser, Anfang der 20er Jahre sich etablierenden, Architektenschule ist das 2flügelige Haus, unter Einbezug lokaler Stilmerkmale, konstruktiv einfach und frei von romantisierendem Dekor gestaltet. Der 2geschossige Flügel öffnet sich giebelseitg zur Straße, wogegen der 1geschossige Gebäudetrakt, traufseitig vom Straßenraum zum Gartenbereich hin versetzt ist. Beide Flügel werden von steilen Satteldächern überfangen. Die DGs sind unter zurückhaltender Verwendung von Schlepp- und Dachgauben ausgebaut, wodurch die bezweckte Rustikalität der Villa eher unterstrichen wird. In die weiß getünchten Backsteinfassaden schneiden entsprechend den Wohnbedürfnissen unterschiedlich große Fenster ein. Die dunkle Umrahmung der Fenster, die lichte Durchsprossung und die schwachen Sturzbögen im OG und DG gestalten lebendig die flächige Fassade. Die Innenarchitektur mit seinen qualitätvollen Türen und dem Treppenhaus ist noch original erhalten. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschossensten Villenkolonien in Deutschland, womit sie aus historischer Sicht zu einem der besterhaltenen Gebiet der Stadt Köln gehört. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Doppelhaus Kastanienallee 13 - 15 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch diese Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.

Die Doppelvilla Kastanienallee 13 - 15 ist in ihren ausgewogenen Proportionen und in der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. In der Tradition der Stuttgbarter Schule stehend, hat der Architekt Heinrich Bartmann ein Gebäude errichtet, das in geradezu klassischer Weise die Anfang der 20er Jahre entstandenen Ideen vom "Neuen Bauen" aufgreift. Unter Berücksichtigung lokaler Architektur, wie sie etwa in der Wahl von Steildächern, einfach getünchten Backsteinfassaden und Sprossenfenstern zum Ausdruck kommt, werden gewordene, aus der Geschichte überkommene, Formen vom Architekten zu "einfachen" Konstruktionen zusammengefügt, in deren Unaufdringlichkeit das Gefühl von Heimat lokalisierbar sein sollte. Die gesamte Qualität erschließt sich jedoch erst bei Würdigung der Details. Die stilistische Eigentümlichkeit des Backsteinmaterials, klare ungebrochene Flächen zu bilden, wird durch die lebendige Behandlung der Fensteröffnungen zu reizvollem Kontrast erhoben. Die Forderung des Deutschen Werkbundes nach qualitätvoller, funktionsgerechter Verwendung der Baumaterialien kann an jedem Detail des Hauses abgelesen werden. Die Doppelvilla Kastanienallee 13 - 15 ist ein Indiz für den ungebrochenen Einfluß der Bauideen der Stuttgarter Schule. Insofern ist sie ein historisch wichtiges Dokument für die Architekturentwicklung Mitte der 30er Jahre, an deren weitergehender Erforschung ein wissenschaftliches Interesse besteht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0