Wohnhaus

Marienburger Straße 11 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2954
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Marienburger Straße 11, 50968 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.05.1985
Stadtteil Marienburg

Das Haus, eine Halbvilla, die mit dem gleichzeitig errichteten Haus Nr. 13, das jedoch durch Umbaumaßnahmen völlig verändert worden ist, eine bauliche Einheit bildet, wurde um 1882 durch die Aktiengesellschaft Marienburg als eines der ersten Häuser in Marienburg errichtet. Da sämtliche Häuser aus dieser frühen Ausbauphase des Villenvororts inzwischen abgerissen oder so stark verändert worden sind, ist dieses Wohnhaus als das älteste original erhaltene in Marienburg anzusehen. Die 2geschossige Halbvilla mit ausgebauten DG im Satteldach zeigt einen rechteckigen Gebäudegrundriß sowie einen seitlichen Risalit und einen straßenseitigen, der zum Eingangs- und Treppenhausbereich gehört. Ursprünglich waren die beiden Giebelpartien des Hauses durch ein weit ausladendes Sprengwerk in Holzkonstruktion verziert. Die Fassade selbst ist entsprechend der damaligen Architekturauffassung vom ländlichen Bauen in den Rheinlanden betont streng und schlicht gehalten. Gelbe und rote Blandziegel bilden zusammen mit Gesimsbändern und den meist hohen kreuzförmig geteilten Fenstern die Außenfront des Hauses. In das Innere des Hauses gelangt man durch eine aus der Erbauungszeit stammende Haustür. Original haben sich im Innern des Hauses das gesamte Treppenhaus mit seinen reich gedrechselten Treppenstäben sowie nahezu sämtliche Füllungstüren mit Beschlägen und Stuckdecken in den einzelnen Wohnräumen erhalten. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt vom Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner als auch überregional bekannte Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort auch zu einem der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln als auch in Deutschland wurde. Das Haus Marienburger Straße 11 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil dieses großen baulichen und durch seine Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles" Villenvorort Marienburg. Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von großer Bedeutung, weil er zu den ersten Häusern dieser Villenkolonie gehört und weil er das besterhaltene Haus aus dieser frühen Bebauungsphase darstellt. Dieses Haus vermittelt durch seine Architektur zudem das Aussehen des ähnlich gestalteten inzwischen aber zerstörten ehemaligen Rathauses der Gemeinde Rondorf/Rodenkirchen, das einst auf der Parzelle Marienburger Straße 9, in der einstigen Rathausstraße, stand. Das Haus Marienburger Straße ist in seiner Gesamtkonzeption als auch Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Als Bau aus der Zeit um 1882 dokumentiert er für Marienburg und insbesondere auch für die Stadt Köln die Architekturentwicklung der frühen Gründerzeit auf dem Gebiete des Villenbaus, eine Architekturepoche und Architekturgattung, von der es in Köln nur noch sehr wenige erhaltene Beispiele gibt. An der Erforschung dieses Hauses besteht aus allen o. g. Gründen ein großes wissenschaftliches Interesse.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0