Wohnhaus
Mehlemer Straße 8 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3338 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mehlemer Straße 8, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.11.1985 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die Villa ist 1913 für den Kölner Kaufmann Bernhard Rüther errichtet worden. Über zwei Geschossen erhebt sich ein dominantes 2geschossig ausgebautes Satteldach, das in seinen Dachflächen zusätzlich durch Giebel- und Zerchhäuser räumlich erweitert wurde. Ein asymmetrisch angeordneter Altan an der Hauptfassade, ein abgestufter Risalit im seitlichen Eingangsbereich und ein sich zum Garten hin großzügig ausbreitender Gartensaal mit vorspringender gegliederter Terrassenbrüstung zwingen dem Grundriß lebendige Konstraste auf. Alle dem Architekten wichtigen Architekturteile sind in graugrünem Sandsteinmauerwerk errichtet worden. So v. a. der weit vorspringende Gartensaal, wie auch der Risalit der Hauptfassade. Ein umlaufender Werksteinsockel aus dem gleichen Material schließt den Baukörper zusammen. Hierzu kontrastieren die glatten Ziegelfächen der Fassaden und der Naturschiefer in den großen Giebelfeldern und in Teilen des OG. mit der Wahl dieser natürlichen Matrerialien, ihrem malerisch verschachtelten Grundriß und den lebendigen Dachformen gehört die Villa zu jener, vom Deutschen Werkbund inspirierten, Architektur, die, unter Berücksichtigung der jeweiligen historisch-regionalen Vorbilder, auf eine unbedingte Ehrlichkeit in der Verwendung der Baustoffe Wert legte.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architeketen Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Die Villa Mehlemer Straße 8 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburg ist das Haus u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil es in lebendigem Kontrast die Architekturvielfalt vom Historismus zur Moderne, vom Palais bis zum einfachen Landhaus, unterstützt. Erst durch diese Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Haus Mehlemer Straße 8 ist in seiner Gesamtkonzeption und in der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Mit unverkennbarem Bezug zum Bergischen Patrizierhaus und der konsequenten Verwendung natürlicher Materialien ist dem Architekten die überzeugende Verbindung heimischer Traditionen mit neuer Architektur gelungen. Die Forderung des Deutschen Werkbundes nach qualitätvoller funktionsgerechter Verwendung der Baumaterialien ist an jedem Detail des Hauses ablesbar. So entstand eine repräsentative Villa, die ein herausragendes Zeugnis der Architekturentwicklung vor dem Ersten Weltkrieg darstellt, an deren weitergehenden Erforschung ein wissenschaftliches Interesse besteht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0