Wohnhaus

Mehlemer Straße 6 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1689
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mehlemer Straße 6, 50968 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.10.1983
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend geschlossen erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieser Vorort, gelegen auf einem hochwasserfreien Ufergelände in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Festungskastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert stand hier der Gutshof Marienburg, auf dessen Gelände Ernst Leybold nach Plänen des Stadtbaumeisters H.J. Stübben eine Villenkolonie anlegen ließ. Bedeutende deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto Mersch, Hermann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens geschaffen, die zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen ein wertvolles Dokument der Architektur aus der Zeit des Anfangs der Moderne darstellen.

Das um 1905 erbaute Haus liegt hinter einem schmalen Vorgarten und wirkt durch die starke Plastizität seines Baukörpers. Das villenartige Gebäude ist außen vollständig verputzt, wobei die seitlichen Fassaden teilweise durch einen leicht streifigen Putz geschmückt sind. Das Gebäude steht auf einem Sockel (Souterrain) in Ziegelmauerwerk mit (vergitterten) Kellerfenstern, der Eingang in das Hochparterre ist seitlich in einem leicht vorspringenden Treppentrakt angeordnet. Das Erdgeschoß zeigt zur Straße zwei breite Fenster, wobei das rechte, unter einem Balkon gelegen, einen geraden Sturz aufweist. Alle anderen Fenster haben - mit Ausnahme des zum Garten vorspringenden, südlichen Traktes - einen Rundbogenabschluß. Bemerkenswert sind die leicht geschweiften Giebel, die sowohl den seitlichen Treppenhaustrakt wie auch den zur Straße liegenden, einachsig vorspringenden Wohntrakt bekrönen. Ein Walmdach mit zwei kleinen Dachgauben faßt das Gebäude über dem zweiten Obergeschoß zusammen.

Im Inneren wurde in der Eingangshalle mit originalen Türen eine originale Eichentreppe mit Holzgeländer festgestellt, originale Haustüre. Im Erdgeschoß besitzt ein Raum noch eine sehr flach reliefierte Stuckdecke.

Die Mehlemer Straße ist eine ruhige Wohnstraße mit originalem Villenbestand. Dieses Haus ist ein unverzichtbarer Teil dieses Ensembles, dessen Bestand - auch in Zentrumsnähe - unbedingt erhaltenswert ist. Die Straße stellt sich mit ihren Villen, Gärten und parkähnlichen Anlagen als eine Einheit dar, die auch für die dort nicht wohnenden Menschen einen unverzichtbaren Wert darstellt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0