Wohn- u. Geschäftshaus
Neusser Straße 54 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3397 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Neusser Straße 54, 50670 Köln |
| Baujahr | 1900 bis 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.01.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Stadt- und Siedlungsgeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Neusser Straße, einer nach Norden führenden Ausfallstraße, die bei der Entstehung der Neustadt in deren Straßensystem eingefügt wurde. Die nach den Plänen von Hermann-Joseph Stübben 1880 angelegte Neustadt gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jh. im Rheinland. Der vom Ring (heute Friedrich-Ebert-Platz) zum Krefelder Wall führende Abschnitt der Neusser Straße begrenzt das sog. "Gerichtsviertel"; sein Ausbau begann nach Festlegung der Fluchtlinienpläne um 1890. Das Haus Nr. 54 veranschaulicht die Bauphase 1900 bis 1905.
Es weist sich als ein 3achsiges, 4geschossiges Geschäftshaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Seine Hausfassaden verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist die baukünstlerische Gestaltung der Straßenfront. Sie zeigt eine Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung und asymmetrischer Ordnung. Als Ordnungs- und Gestaltungselemente dienen: strenge Fensteraxialität; über die OGs reichender Seiterker; Geschoß und Hausabschluß markierende Gesimse; Fensterbrüstungsfelder mit fruchtgeschmückten Kartuschen bzw. Fruchtgebinden.
Zur originalen Ausstattung des Hauses gehören: Haustür; Kachelsockel, Terrazzoboden mit Einlegearbeit, Deckenstuckleisten im Hausflur; einige Wohnungstüren; Stuckdecken, Zimmertüren, Dielenböden mit Fußbodenleisten in den Wohnungen des Vorderhauses. Mit dem Nachbargebäude Nr. 56 korrespondiert das Haus bis auf den Erker in allen Architekturteilen, so daß es mit ihm eine einheitliche, auf Großwirkung zielende Baugruppe innerhalb der aus historischen Bauwerken bestehenden Straßenreihe zwischen Balthasar- und Weißenburgstraße darstellt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0