Wohn- u. Geschäftshaus
Aachener Straße 7 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3411 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Aachener Straße 7, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.01.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben durchgeführt. In einheitlicher Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Dabei wurde die Hahnentorburg als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung bewußt in die Stadtplanung einbezogen und als Ausgangs- bzw. Endpunkt der Aachener Straße bewahrt. Diese war schon vor der Stadterweiterung eine Ausfallstraße nach Westen, und sie wurde als Alleestraße während der Jahre von 1885 bis 1895 bebaut. Das Gebäude Aachener Straße 7 ist ein Zeugnis für die ursprüngliche Bebauung in der Nähe der Hahnentorburg z. Z. der Stadterweiterung; es besitzt somit ortsgeschichtliche Bedeutung.
Das Gebäude Aachener Straße 7 wurde um 1890 als 4geschossiges, 3achsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einem Erker, einer Backsteinfassade und Stuckgliederungen erbaut. Von kunstgeschichtlicher Bedeutung ist die Fassade des betreffenden Gebäudes, deren spiegelbildliches Abbild sich in der Fassade des Gebäudes nebenan, Nr. 9, wiederholt. Den Hauptanziehungspunkt der Fassade über dem heute stark veränderten EG bildet der Erker, auf dem im 3. OG ein Balkon ruht. Schmale, waagerecht verlaufende Stuckbänder verbinden die Fenster des Erkers mit den übrigen beiden Fenstern der Geschosse miteinander. Diese Fenster erhalten durch bekrönende Giebel, Rundbögen oder Schweifformen einen Zierat, der den Schmuck auf den Brüstungsfeldern des Erkers gewissermaßen fortsetzt. Den oberen Abschluß der Fassade bildet ein Konsolentraufgesims, über dem noch drei Dachgauben in der Flucht der Fensterachsen angeordnet sind. Die Fassade, die als konstruktiver Bestandteil des Gebäudes Geschoßgliederung, -höhe und Hausproportion wiedergibt, bildet mit der spiegelbildlichen Fassade zu ihrer Seite eine gestalterische Einheit, welche den betrachtenden Menschen durch ihre Klarheit und Ausgewogenheit anspricht. Teile der Rückseite des betreffenden Gebäudes bestehen aus Sichtziegelmauerwerk.
Im Innern des durch die Toreinfahrt erreichbaren Treppenhauses sind die hölzerne Treppe, das Geländer mitsamt Antrittspfosten sowie die Abschlußtüren der Wohnungen original.
In der Aachener Straße gibt es auf beiden Seiten verhältnismäßig viele Bauten aus der Zeit der Stadterweiterung. Unmittelbar zugehörig zu dem o. g. Objekt ist das Gebäude Nr. 9, darüber hinaus die Gebäude Nr. 1, 5, 11, 15, 17, 19, 21, 25, 2, 12, 16, 20, 30, 32, 34, 36, 38. Das Gebäude Nr. 7 ist somit in städtebaulicher Hinsicht von Bedeutung. Diese kann bei einem Gang durch die Aachener Straße von jeder Bewohnerin und jedem Bewohner Kölns erkannt werden.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0