Wohnhaus
Händelstraße 53 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3246 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Händelstraße 53, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.10.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohnhaus als Dokument des hohen architektonischen Niveaus und der sozialen Stellung der Bauherren in der Kölner Neustadt, der großen Stadterweiterung nach Niederlegung der mittelalterlichen Stadtbefestigung 1881. Die ehrgeizige, prächtige Ausgestaltung der Fassade resultiert aus dem ehem. vorhandenen Sichtbezug zu den neuen Prachtboulevards der Ringe und der Situation im neuen Stadtzentrum, direkt an dem Platz, auf dem wenig später (1899) das neubarocke Opernhaus erbaut wird.
Künstlerisch hochbedeutend und bemerkenswert gut erhalten ist v. a. die Hauptfassade des 4geschossigen, 4achsigen, satteldachgedeckten Hauses über hohem Souterraingeschoß. Waagerechte Gliederungselemente der Stuckfassade sind nach oben in der Plastizität abnehmende Quaderung, Geschoß-, Sohlbank- und Konsolhauptgesims; senkrechte Betonungen ergeben sich aus den seitlichen Fenstertüren und dem Erker vom zweiten und dritten Geschoß, dem hierüber angeordneten Balkonfenster, auf dessen Achse sich auch das größere der drei Dachhäuschen bezieht. Die Einzelformen der üppigen Fassadendekoration stammen aus dem frei zitierten Formenvokabular des Rokoko: geschweifte Giebel, verkröpfte Profile, Rocaille- und Rollwerkkartuschen, Karyatiden, Putten, Schleifen, Stoffgehänge, Porträtköpfe, Ziergitter u. a. Die Fenster original oder den originalen ähnlich. Hinter der originalen Haustür erhalten die Marmortreppe des Vestibüls, dessen Wand- und Deckenstuck (Kassetten, Rosetten, Puttenrelief); desgleichen die originale hölzerne Treppenanlage mit gestaltetem Antrittspfosten. In den Hauptetagen Wohnungen im alten Grundriß, fast vollständig erhalten der variantenreiche Dekkenstuck.
Städtebaulich wichtig ist das Haus als Teil eines Ensembles von gut erhaltenen, repräsentativ gestalteten historischen Gebäuden, das die ursrpüngliche städtebauliche Pracht des alten Opernplatzes nachvollziehbar macht und einen ästhetischen Nachklang der heute weitgehend zerstörten Ringstraßenarchitektur darstellt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0