Wohnhaus

Landsbergstraße 31 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3413
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Landsbergstraße 31, 50678 Köln
Baujahr1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.01.1986
Stadtteil Altstadt/Süd

Ortsgeschichtlich ist das 1893 inschr. datierte Wohnhaus bedeutend, weil es ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns ist, die in der zweiten Welle auch das Gebiet der heutigen Südstadt erfaßte. Die Bezeichnung der erst 1846 angelegten Wohn- und Durchgangsstraße stammt von Gräfin Mechtildis von Landsberg, die mit ihrem Gatten Graf Heinrich von Sayen das Kloster Sion um 1200 stiftete und die auch dessen erste Äbtissin war. Die Straße, deren einer Teil früher Josephplätzchen hieß, war von Anfang an mit 3- bis 5geschossigen Wohnhäusern belegt. Ihre Grundrisse, Baumasse und Verzierung läßt auf mittlere bis gehobene Ansprüche ihrer Bewohner schließen.

Baukünstlerisch ist das hohe und enge, 4geschossige und 3achsige taufständige Wohnhaus bemerkenswert, da es die Umwandlung des traditionellen rheinischen Dreifensterhauses zu neuen, vorwiegend repräsentativen Zwecken belegt. Die Nachahmung der palastartigen, hochherrschaftlichen Architektur der Ringstraße erfaßte in den 90er Jahren auch einige Randgebiet der Altstadt. Der sog. Ohrmuschelstil, der die phantastischen Verzierungen und das reichbewegte Formenspiel des französischen Rokoko nach Deutschland brachte, ist auch hier für die Gestaltung der Fassade entscheiden. Die fortlaufende überschwengliche Linie führt kontinuierlich von dem Portal des EG zu den feierlich gefaßten zwei Hauptgeschossen. Die segmentartige Bekrönung der Fenster begleitet das konstruktive Rahmengerüst der Kartuschen und fließt in die gebogene Zeichnung des hohen Mittelerkers mit aufgesetztem Balkon ein. Der traditionelle Symmetrieakzent setzt sich so auch in der weichfließenden Formgebung der freien spielerischen Rhythmik durch.

Im Hausinnern ist der Eingangsbereich mit einem Farbkachelmosaik geschmückt. Die steile Holztreppe, begleitet durch eine Holzleiste und ein gedrechseltes Geländer mit Antrittspfosten, stammt aus der Erstbebauungszeit.

Städtebaulich steht das o. g. Wohnhaus mit seiner reichen kunstgeschichtlichen Erinnerung heute nur vereinzelt da. Mit Ausnahme einzelner Solitäre (so z. B. das gegenüberliegende Haus Nr. 38) erinnert z. Z. nur weniges an die ehem. geschlossene Zeile von Bauten aus der Gründerzeit. Das Erscheinungsbild der Geschichte ist daher nur bruchstückhaft, aber um so wirkungsvoller vermittelt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0