Wohnhaus
Landsbergstraße 38 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6722 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Landsbergstraße 38, 50678 Köln |
| Baujahr | 1881 bis 1884 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.01.1993 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
1881-84 erbaut (Adreßbuch); 3 Geschosse, 3 Achsen, Dachzone mit Pultdach verändert (Wiederaufbau); Putzfassade neueren Datums, 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch originalen Stuckdekor in Anklängen an die Renaissance im 1. OG und schmiedeeisernes Balkongitter; stichbogige Fenster- und Türöffnungen, im 2. OG verblendet; Fenster und Haustür erneuert.
Rückseite: backsteinsichtige Fassade, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; dreigeschossiger Anbau, backsteinsichtig, Fensteröffnungen in Höhenlagen verändert, in ursprünglicher Form noch erkennbar.
Im Inneren im Treppenhaus originaler Terrazzoboden; neuere Betontreppe; neuere Betondecken.
Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Kölner Altstadt zu 90 %. Der Wiederaufbau achtete höchstens die architektonischen und historischen Reste bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts; die große Teile der Altstadt prägende Architektur des späteren 19. Jahrhunderts wurde dagegen meist nicht wiederhergestellt. Die erhaltenen Reste historischer Bausubstanz - wie auch die Fassade des Hauses Landsbergstr. 38 - haben für die Kölner Altstadt daher einen ganz besonderen Wert und sind unbedingt zu erhalten. In der Landsbergstraße - der Name geht auf die Gräfin Mechtildis von Landsberg zurück, die mit ihrem Gatten Graf Heinrich von Sayen das Kloster Sion um 1200 stiftete - wurde die historische Bebauung bis auf die Nr. 31 und das obige Haus Nr. 38 alles zerstört. Das Haus Landsbergstr. 38 wurde zwar ebenfalls erheblich beschädigt, blieb jedoch in der baulichen Substanz in allen Mauern bis zur Traufgesimshöhe einschließlich des rückwärtigen Anbaus erhalten. Die in Anklängen an die Renaissance gestaltete straßenseitige Fassade vermittelt einen Eindruck von der einstigen gründerzeitlichen Architektur in dieser seit 1846 mit stuckverzierten historischen Häusern bebauten Wohn- und Durchgangsstraße und ist daher trotz der Veränderungen erhaltenswert. Städtebaulich wichtig ist das Gebäude als Solitärbau, der mit dem gegenüberliegenden Denkmal Nr. 31 das historische Erscheinungsbild der einst geschlossen bebauten Landsbergstraße bruchstückhaft veranschaulicht und zugleich in wirkungsvoller Weise den hohen Zerstörungsgrad in der Kölner Altstadt beispielhaft vor Augen führt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0