Wohn- u. Geschäftshaus
Im Sionstal 17 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6647 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Im Sionstal 17, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1875 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Um 1875 erbaut; 3 Achsen, 4 Geschosse, Stuckfassade mit Stilanklängen an die Renaissance, flache Wandvorlage in der Mittelachse, Fenster und Hauseingang mit Segmentbogen, weitgehend originale Ladenfront, originale Kellerfenstervergitterungen. Haus- bzw. Ladentür sowie Fenster verändert. Im Innern erhalten: im Flur Terrazzoboden mit schwarzer Rahmung, Mosaikkanten und zentralem Sternmotiv (Jahrhundertwende), Terrazzotreppe, Türen und Dielenböden (während und kurz nach dem Krieg), originaler Gewölbekeller. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau, Fenster verändert, überdachter Hof.
Nicht zum Denkmal gehören die rückwärtigen 1geschossigen Lagerräume.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das Haus Im Sionstal 17 gehört als integraler Bestandteil zu den wenigen und daher ortsgeschichtlich unverzichtbaren Bauten der Kölner Altstadt, welche die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überdauert haben. Es befindet sich am südlichen Ende der Straße "Im Sionstal", welche in der Verlängerung der Follerstraße nach Süden bis zur nördlichen Grenze des Severinsviertels verläuft. Während sie im nördlichen Abschnitt kaum Bebauung aufweist, blieb im südlichen Bereich zwischen Landsberg- und Rosenstraße die kleinteilige Parzellierung und teilweise auch die historische Bausubstanz erhalten. Hier blieb als einziges Denkmalensemble eine Reihenhauszeile bestehen, die aus dem obigen Gebäude und den Häusern 1, 7, 11 und 15 gebildet wird und eine Vorstellung von der gründerzeitlichen Bebauung dieser Straße sowie des Severinsviertels vermittelt. In diesem bis heute zu den besonders typischen Kölner Quartieren gehörenden Stadtteil hatten Industrialisierung und enormer Bevölkerungswachstum seit der Mitte des letzten Jahrhunderts zur Anlage und Bebauung neuer Straßenzüge seitlich der Severinstraße geführt.
Architektonisch herrschte im Severinsviertel das Dreifensterhaus vor, wie es heute noch anhand der hier erhaltenen Gebäude und des obigen Hauses Im Sionstal 17 faßbar wird. Das Dreifensterhaus bildete im 19. Jahrhundert einen üblichen Haustyp, dessen regelmäßige Anordnung von drei schmalen hohen Fenstern in jedem Geschoß und die Eingangstür anstelle eines Fensters an einer Außenachse im Erdgeschoß eine gleichförmige Gliederung der Fassade ergaben. Das Dreifensterhaus war ursprünglich als Einfamilienhaus konzipiert, hatte keine abgeschlossenen Wohnungen in den einzelnen Geschossen und wurde im allgemeinen erst im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts geschoßweise vermietet. Neben diesen Charakteristika spiegelt obiges Gebäude auch die Höherzonierung des ursprünglich niedrigeren Haustyps auf vier Geschosse wider, welche auf den steigenden Wohnraumbedarf zurückgeht. Außerdem dokumentiert das um 1875 errichtete Haus zusammen mit den gleichzeitig entstandenen Nachbarbauten Nr. 1, 11 und 15 eine funktionelle Architektur in Form seriellen Reihenhausbaus mit sparsamem, wenig variierten Fassadendekor, wie er für Arbeiterviertel kennzeichnend ist und wird auch in dieser Hinsicht zu einem unverzichtbaren Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0