Verwaltungsgebäude

Wörthstraße 34 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3446
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungVerwaltungsgebäude
Adresse Wörthstraße 34, 50668 Köln
Baujahr1936
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.02.1986
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die südliche Eckbebauung von Wörthstraße/Konrad-AdenauerUfer, eines im nördlichen Villenviertes der Kölner Neustadt liegenden Straßenraums. Die 1881 nach Plänen von Hermann-Joseph Stübben begonnene und im wesentlichen 1914 abgeschlossene Stadterweiterung von Köln gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jh. im Rheinland. Das zwischen Riehler Straße und Rheinufer befindliche Gebäude war durch Polizeiverordnung 1889 und 1899 als Villenviertel ausgewiesen worden. Nach 1906 bis 1908 wurde auch der Bau von Verwaltungsgebäuden zugelassen, die in Maßstab und Form den repräsentativen Charakter entsprechen mußten. Als ein sehr spätes und zugleich typisches Beispiel im Baustil der 30er Jahre ist das Verwaltungsgebäude der Sachtleben AG anzusehen, das 1936 auf einem ehem. alten Parkgelände entstand.

Das Gebäude weist sich als 3geschossiger Zwei-Flügel-Bau auf L-förmigem Grundriß aus. Seine Fronten - die Straßenseiten als Putzfassaden mit Werksteingliederung - verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Der zur Wörthstaße gerichtete schmalere Flügel von neun Achsen zeigt an der Stirnseite eine Portalachse mit Balkon; ihm ist eine Terrasse mit Gitterabschluß vorgelagert. Der zum Rheinufer stehende breitere Flügel weist an Stirn- und Längsseite jeweils fünf Fensterachsen auf. Als Gestaltungsmittel am Bau wirken: das Spannungsverhältnis von geschlossenen Wandflächen und -öffnungen, strenge Fensteraxialität und Differenzierung der Geschosse durch unterschiedlich lichtes Höhenmaß der Fenster. Durch letzteres wird das 1. OG mit fast türhohen Fenstern als Hauptgeschoß hervorgehoben. Fenster und Eingänge sind in Werkstein gerahmt. Eingangstüren in Eisenstabwerk flankiert von Wandleuchten sowie Balkongitter vervollständigen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Im Gebäudeinnern sind Teile der originalen Einrichtung vorhanden: Pfeilerhalle mit Treppe und schmiedeeisernem Brüstungsgitter; Sitzungszimmer (1. OG mit Stuckkehlendecke und Rahmenfüllungstür).

Städtebaulich veranschaulicht das Bauwerk als freistehendes Einzelgebäude den historischen Baumaßstab des Villenviertels. In seiner diesen Maßstab respektierenden Gestaltung markiert es entscheidend den exponierten Straßenraum Wörthstraße/Konrad-Adenauer-Ufer.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0