Wohnhaus
Lindenallee 31 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3456 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lindenallee 31, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.02.1986 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die 2geschossige, achsensymmetrische Doppelvilla Nr. 29/31 ist laut Grevens Adressbuch im Jahre 1910 für den Bauunternehmer August Lindemann errichtet worden. Die Fassade wird von zwei polygonal gebrochenen Eckrisaliten eingefaßt, die mit einem Zusatzgeschoß bis in das Mansarddach aufsteigen und ursprünglich noch mnit Zwiebeltürmen bekrönt waren. Zwischen den Risaliten spannt sich eine 6achsige Fassade in Werkstein, die durch Gesimse horizontal gegliedert ist. V. a. die Risalitbereiche sind durch bildhauerische Ornamente reich geschmückt. Die hochrechteckigen Fenster sind im EG mit leichter Stützkrümmung und nur im Dacherker mit Rundbogen ausgebildet. Ursprünglich waren sie alle durch Sprossen - v. a. im Oberlicht - unterteilt. Die Eingangsbereiche mit Treppe, die zu beiden Seiten der Doppelvilla liegen, sind ebenso wie die rückwärtige Fassade verändert worden. Das Dach der Mansarde trägt heute graue Dachpfannen, statt der ursprünglichen Schiefereindeckung. Ein Teil der originalen Innenausstattung, wie Holztreppe und Zimmertüren, sind erhalten und auch der Vorgarten mit originaler Einfriedung trägt zu einer ästhetischen Einheit der Doppelvilla bei.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architeketen Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Lindenallee 31 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburg ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturvielfalt vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch diese Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Die Doppelvilla Lindenallee 29/31 ist in ihrer Gesamtkonzeption und nin der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Im außerordentlich souveränen Umgang mit verschiedenen Materialien - Werkstein und Putz - sowie der Integration ornamentaler und figürlicher Werksteinreliefs in die Gesamtarchitektur, hat der Architekt ein Bauwerk geschaffen, das dem repräsentativen Stilempfinden des deutschen Bürgertums um 1910 entsprach. Nicht mehr die unübersichtliche Dekorfülle der Gründerzeitarchitektur, sondern, die Verwendung ehrlicher Materialien sind Hauptgestaltungsmerkmale dieser Architektur. Die große Sorgfalt in der Durchbildung des Hauses läßt auf einen renomierten Architekten schließen: Möglicherweise stammt der Entwurf von dem bekannten Kölner Architekten Carl Moritz, dem Erbauer des alten Opernhauses in Köln. Charakteristisch für seine Bauten ist die Kombination der Materialien Werkstein und Putz, wobei der Werkstein fast immer bildhauerisch bearbeitet wird.
Die Doppelwilla ist ein wichtiges Zeugnis der Architekturentwicklung nach der Überwindung des Historismus, an deren weitergehender Erforschung ein großes wissenschaftliches Interesse besteht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0