Wohnhaus

Lindenallee 35 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6874
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lindenallee 35, 50968 Köln
Baujahrum 1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.06.1993
Stadtteil Marienburg

Erbaut um 1903, rechte Hälfte eines ehemals spiegelsymmetrisch aufgebauten Doppelhauses; 2 Geschosse, hohes Sockel- und ausgebautes Mansardgeschoß, 2 Achsen, rechte Achse hervorgehoben mit geschweiftem Giebel und bogenförmig vorgewölbtem Parterreerker mit Balkon (orig. Metallgeländer) im OG; Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil (rustizierter Sockel); Balkon (gemauerte, rustizierte Brüstung) im EG, Mansarddach und eine originale Gaube (verzinkt). Eingangsseite (nach Kriegszerstörung z. T. verändert wiederaufgebaut): Risalit mit geschweiftem Giebel (Fensteröffnungen verändert), eine originale Gaube (verzinkt); im EG später angebauter Eingangs- und Garagenbau. Rückfront: Parterreerker mit Balkon und Treppe zum Garten (Fensteröffnungen, Brüstung und Treppe verändert), Balkon im OG (Brüstung verändert), Souterrain verändert (großflächige Fensteröffnungen) und spätere Terrassenanlage, 2 originale Gauben. Im Inneren original erhalten: Hohlkehlen und Stuckreste im EG. Vorgarten und in Teilen erhaltene Einfriedung, Einfahrt mit späterem Betonpflaster; Rückwärtiger Garten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der seitlich anschließende Neubau.

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig einer der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Lindenallee 35 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung. Bei o. g. Gebäude handelt es sich um die rechte Hälfte eines um 1903 erbauten, ehemals spiegelsymmetrisch aufgebauten Doppelhauses (Lindenallee Nr. 33-35). Während die Dekorationselemente am linken Gebäude später entfernt wurden, ist die Fassadenansicht der o. g. Haushälfte im wesentlichen erhalten geblieben: Sparsame, meist geometrische Stuckgliederungen in Dekorationsformen des Jugendstils deuten bereits die Abkehr von den als überladen empfundenen Fassaden der Gründerzeit hin zu einer klareren Architektursprache an. Trotz Veränderungen der seitlichen und rückwärtigen Fronten sowie weitgehendem Verlust der historischen Innenausstattung ist das herrschaftliche Wohnhaus somit auch als Dokument der Architekturentwicklung nach der Jahrhundertwende unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0