Wohn- u. Geschäftshaus
Maastrichter Straße 7 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3520 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Maastrichter Straße 7, 50672 Köln |
| Baujahr | 1886 bis 1887 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.03.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das 1886/87 errichtete Wohn- und Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebiets des ehem. Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Hermann-Joseph Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließt zwischen dem Friesenwall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Maastrichter Straße entstanden v. a. Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen.
Baugeschichtlich bedeutend ist das 4geschossige Traufenhaus mit mittig gelegenem, 1geschossigem Erker mit Balustradenbalkonabschluß und Ziergiebelausbau als Beispiel einer aus dem reichen Formenapparat der Renaissance ausgestatteten Stuckfassade. Mit seinen drei Achsen zeichnet sich das Objekt als Typ des sog. Kölner Dreifensterhauses aus. Die in Fugenschnitt strukturierte Fassade wird gegliedert durch gekröpfte Stockwerk-, Gurt- und Fensterbank(-konsol-)gesimse sowie ein breites Konsoltraufgesims mit Klotzfries. Zur axialen Betonung sind über den ohrigen Fensterrahmungen Keilsteine oder Gesimsverdachungen mit darunterliegenden Konsolen bzw. Festons angebracht. Die Rahmung der Fensterachse im zweiten Obergeschoß sowie die des Blendgiebels (auffälliger Dekor: Löwenmasken) sind in Form von Ädikulas gestaltet. Trotz der Veränderung des Erdgeschosses verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und -höhe des Gebäudes.
Im Innern des Gebäudes sind an alten Ausstattungsteilen noch erhalten: schwarz-weiße Fußbodenfliesen, Holztreppe mit gedrechseltem, umlaufendem Geländer nebst Antrittspfosten, profilierte Stützrahmung mit Löwenkopfmaske, Deckenstuck und Klötzchenfries, Wohnungstürabschlüsse bzw. Rahmungen.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 5 und 9, den einzigen erhaltenen historischen Bauten in diesem Straßenabschnitt. Es repräsentiert als unverzichtbares Beispiel das ehem. anspruchsvolle geprägte Erscheinungsbild der Maastrichter Straße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0