Wohn- u. Geschäftshaus

Maastrichter Straße 5 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4433
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Maastrichter Straße 5, 50672 Köln
Baujahr1886 bis 1887
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1988
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1886/87 errichtet. Baugeschichtlich bewahrt das reich geschmückte 4-geschossige traufständige Wohnhaus die alte Bautradition des rheinischen 3-Fensterhauses mit regelmäßigen Achsenabstand und stilistisch abgesetzten Erdgeschoß und Dachzone. Die zart eingeschnittenen Rustikaquader mit den geradelinienartig verdachten Fensteröffnungen, betont durch ein stark gekröpften Kranzgesims mit Zahlschnittleiste, sorgen für die waagerechte Ausbaulancierung der in Höhe gezogenen Fensterachse. Die Mittellinie der Fassade ist durch einen zweistöckigen Erkervorsprung mit Säulen und Segmentgiebelbekrönungen festlich betonten Balkonen hervorgehoben.

In Parapetfeldern der zwei Hauptgeschosse und in dem etwas bescheidenen 3. Obergeschoß sind einige für die Anfangsphase der Kölner Historismus typische Figuren-, Blumen- und Baumotive zu finden. In ähnlicher Weise einfallsreich und zeittypisch ist auch das Hausinnere gestaltet. Trotz der Veränderungen des Erdgeschoßbereiches verdeutlicht die Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns zu betrachten ist, die Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Wohnhauses.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt wichtig, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der direkt an die Ringanlagen angrenzende Maastrichter Straße entstanden, den repräsentativen Charakter des ganzen sog. Belgischen Viertels entsprechend, vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bürger mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen.

Städtebaulich leitet das o. g. Objekt eine geschlossene Zeile von abwechslungsreichen historischen Bauten ein, die dann durch das Haus Nr. 7 und Nr. 9 in Richtung St. Michael weiter geführt wird. Die wirkungsvolle Straßenfronten knüpfen an die repräsentative Ringarchitektur unmittelbar an und ermöglichen das Erscheinungsbild der Geschichte des 19. Jh. heute noch voll anschaulich und erlebbar machen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0