Wohnhaus
Am Südpark 61 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3537 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Südpark 61, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.04.1986 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das 3geschossige Wohnhaus ist laut Grevens Adressbuch 1928 für den Studienrat Dr. Franz Conen errichtet worden. Mit seinen klaren kubisch-geometrischen Formen und den sich dazu scharf abzeichnenden Architekturelementen, wie Fenster, Gesimsen, Balkon und dem Eingangsbereich, bei vollständigem Verzicht auf Oberflächenornamentik, weist das Bauwerk unübersehbar auf die Architektur des "Neuen Bauens" hin. Das Haus ist einseitig an den Nachbarbau angefügt. Über einem leicht verwinkeltem Grundriß erheben sich klar voneinander getrennte Kuben, die vertikal gestaffelt, mit gering variierten, einfach profilierten Gesimsen jeweils abrupt abgeschlossen werden. Die kubische Wirkung des Bauwerks wird durch den glatten, hellen Verputz stark betont. Diese wird durch eine sich scharf abzeichnende dunkle Backsteingliederung im vorderen Eckbereich des Eingangs noch zusätzich verstärkt. Auch tragen die teilweise um die Ecken greifenden Fenster mit aus der Fassadenebene heraustretender dunkler Rahmung dazu bei. Die Fenster selbst mit ihren gelb-beigen Zargen und Sprossen ordnen sich dagegen dem sandfarbig gestrichenen Putz flächig unter. Ebenso verschmilzt die Feinheit des Balkongitters mit der dahinterliegenden Sprossenteilung der Austrittstür. Ein späterer Umbau zu einem Mehrfamilienhaus hat im Innern des Hauses die ursprüngliche Grundrißsituation nur unwesentlich verändert. So sind das Treppenhaus und die einzelnen Wohnungsgrundrisse noch original erhalten. Bei Restaurierungen Anfang der 80er Jahre ist die originale Farbigkeit des Treppenhauses, der Fenster und des Putzes zurückgeholt worden.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architeketen Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Am Südpark 61 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburg ist das Haus u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil es in lebendigem Kontrast die Architekturvielfalt vom Historismus zur Moderne, vom Palais bis zum einfachen Landhaus, unterstützt. Erst durch diese Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Haus Am Südpark 61 ist in seiner der Bauhausidee verpflichtenden Konzeption und in der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Die Anfang der 20er Jahre zum Durchbruch gelangten Ideen vom "Neuen Bauen" versuchten den Widerstreit zwischen der Forderung nach industrieller Baufertigung und baukünstlerischem Anspruch aufzulösen, indem das Bauwerk als Gesamtkunstwerk aufgefaßt wurde, das mit dem gerade Besten was Kunst, Industrie und Handwerk hervorbrachten, gestaltet werden mußte. In seinen klaren kubischen Formen, ausgewogenen Proportionen und raffiniert zurückhaltenden Details erreicht das Haus eine räumliche Geschlossenheit, die dem Ideal des Einheitskunstwerks nahekommt. Das Haus Am Südpark 61 ist eines der wenigen Beispeile in Köln, bei dem die Ideen des Neuen Bauens konsequent verwirklicht wurden. Es stellt somit ein wichtiges Zeugnis der Architekturentwicklung Ende der 20er Jahre dar, an deren weitergehenden Erforschung ein wissenschaftliches Interesse besteht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0