Wohn- u. Geschäftshaus

Bonner Straße 60 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3549
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Bonner Straße 60, 50677 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1986
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Haus ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der zur Kölner Neustadt gehörenden Bonner Straße nach Festlegung der Fluchtlinienpläne von 1883 und 1884. Die nach Plänen von Hermann-Joseph Stübben 1881 angelegte Neustadt gilt als die bedeutendste Stadtgündung des 19. Jh. im Rheinland.

Der Bau weist sich als 4achsiges, 4geschossiges Geschäftswohnhaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ stellt das Haus eine erweiterte Variante des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigen Grundriß dar. Seine Fassaden verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Trotz einiger baulicher Veränderung (z. B. Erdgeschoß) ist die künstlerische Gestaltung des Gebäudes von Bedeutung; sie kommt v. a. an der Straßenfassade, einer Putzfassade mit Stuckgliederung, zur Geltung. Architektur- und Dekorformen sind in den Formen der Renaissance gehalten. Die Straßenfassade besitzt strengen axialen Aufbau, wobei die Außenachsen in der Dreiecksvergiebelung/erstes Obergeschoß und der stärker hervortretenden geraden Profilverdachung besonders behandelt sind. In der Verkröpfung der Fensterbank- und Verdachungsgesimse werden die Geschosse deutlich gegliedert. Fugenschnitt strukturiert die Mauerfläche. Ein breites ausladendes Dachgesims schließt die Hauswand ab. Originale Fenster in den Obergeschossen vervollständigen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.

Neben seiner Bauqualität kommt dem Haus auch in städtebaulicher Hinsicht Bedeutung zu. Mit dem Nachbarhaus Nr. 58 bildet es in der Korrespondenz von Architektur- und Dekorformen ein Ensemble, das als wichtiges, straßenprägendes Verbindungsglied in der Hausreihe zwischen den historischen Gebäuden Nr. 50 bis 54 und Nr. 64, 68, 72 zu werten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0