Wohn- u. Geschäftshaus

Bonner Straße 58 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4578
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Bonner Straße 58, 50677 Köln
Baujahr1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.04.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde 1890 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 4-achsige Traufenhaus mit Souterrain und rückwärtigem Seitenhaus als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Reinaissance. Die Fassade wird strukturiert durch Fugenschnitt (bis ins 2. Obergeschoß gekröpft und mit Konsolen versehen) sowie ein profiliertes Traufgesims. Die Fenster sind ab 1. Obergeschoß profiliert gerahmt und mit überwiegend geraden Verdachungen betont, wobei die beiden Mittelachsen des 1. und 2. Obergeschosses durch eine zusammengezogene Verdachung mit Konsolen die Mitte der Fassade akzentuieren. Die geraden Fenster des 4. Obergeschosses sind mit in Voluten gerollten Keilsteinen besetzt, die Fenster der beiden Außenachsen des 1. Obergeschosses mit Dreiecksverdachungen bekrönt (Pendant zu den 2 Dachgauben), so daß sich hier die sog. Belétage vermuten läßt.

Die Fenster des Erdgeschosses sowie das Oberlicht der Eingangstür weisen ornamentierte Schlußsteinbekrönungen auf. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: farbiger Fliesenfußboden, schwarzer Basaltbelag und Marmor, Holztreppe, gedrechseltes umlaufendes Geländer, Flurfenster; in den Wohnungen Kassettentüren, Deckenrosetten.

Ortsgescchichtlich ist das o. g. Objekt ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweiten Welle auch das Gebiet der Südstadt erfaßte.

Dem spätklassizistischen Städtebau verpflichtet, gliederte Josef Stübben das Gebiet der Neustadt mit einer Reihe von Diagonalstraßen, die insbesondere als Verbindung der vorgegebenen alten Ausfallstraßen der Stadt dienten. Damit wurde die bewußte Bildung von Sternplätzen erreicht, die insbesondere das Bild der Neustadt prägten und noch prägen.

Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Queradern der Verbindung dem Geschäfts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, sind die mit dem Stadtkern des Severinstores parallel angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiete für Bürger mit mittleren oder höheren Wohnansprüchen bezeichnend.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Straßenensembles (Nr. 50 - 54, 60, 64 etc.), das das ehemalige Erscheinungsbild dieses Teilbereichs der Bonner Straße anschaulich und rekonstruierbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0