Wohn- u. Geschäftshaus

Bonner Straße 64 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6150
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Bonner Straße 64, 50677 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.08.1991
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1890; 5 Geschosse (ehemals mit Souterrain), ausgebautes Dachgeschoß mit drei originalen Gauben, flache Wandvorlage in der Mittelachse ab dem ehemaligen 1. Obergeschoß, flacher Balkon mit Balustrade in der Mittelachse des ehemaligen 1. Obergeschosses, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance, die beiden unteren Geschosse (ehemaliges Souterrain und Hochparterre) verändert, Fenster weitgehend verändert, Türen verändert. Rückseite verputzt, Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Flur Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer (ab dem heutigen 2. OG), einige Wohnungseingangstüren, einige Türen (ehemalige Podesttoiletten). Nicht Bestandteil des Denkmals sind das sich im Hinterhof befindende 2geschossige Gebäude mit Pultdach und Anbau, der 1geschossige, in Höhe des Obergeschosses verlaufende Verbindungsteil zwischen Vorder- und Hinterhaus sowie der neuere Metallzaun.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Zuge ihrer Durchführung ab 1881 wurde die Bonner Straße - vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Süden - als lindenbestandene Alleestraße angelegt. Sie begrenzt den später als "Universitätsviertel" bezeichneten Abschnitt der südlichen Neustadt zwischen Bonner Straße und Rhein, wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Der Charakter dieses Viertels wird zum großen Teil noch heute von den prächtigen, mit abwechslungsreich gegliedertem Stuckdekor versehenen Häuserfassaden geprägt. Das o. g. Objekt entstand in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, der Hauptbebauungsphase der Bonner Straße. Es ist integraler Bestandteil der auf dieser Seite der Bonner Straße weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Das Haus Nr. 64, das das für Köln typische Dreifen- sterhaus variiert, weist bei der Fassadengestaltung eine besondere Betonung des ehemaligen 1. Obergeschosses auf. Diese Akzentuierung, besonders der Mittelachse durch Balkon mit Balustrade sowie durch Fensterverdachung mit Segmentgiebel, läßt erkennbar werden, daß sich hier einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen, befand. Trotz einiger Veränderungen, besonders der beiden unteren Geschosse, bewahrt das Haus Nr. 64 die Maßstäblichkeit sowie das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Bonner Straße. Auch im Hinblick hierauf wird es somit zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0