Wohn- u- Geschäftshaus

Melchiorstraße 32 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3634
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u- Geschäftshaus
Adresse Melchiorstraße 32, 50670 Köln
Baujahrum 1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.07.1986
Stadtteil Neustadt/Nord

Der um 1906 errichtete Bau weist sich als viergeschossiges, dreiachsiges, mit Giebelgeschoß und Mansarddach versehenes Wohn- und Geschäftshaus aus, dem sich hofwärts ein Seitenhaus anfügt. Baugeschichtlich stellt es eine späte Variante des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß dar. Als konstruktiver Teil des Hauskerns verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Gebäudes. Bemerkenswert ist die in den Formen des Jugendstils gehaltene Straßenfassade, eine Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung. Über dem als Ladenzone ausgebauten, rustizizierten Erdgeschoß ist die Fassade streng axial gegliedert und symmetrisch geordnet. Die Symmetrie-Achse betonen ein dreiseitiger, in die Hauswand vertiefter Erker und ein hoher, mit Schweifgesims abschließender Blendgiebel. Neben Fensteraxialität und Erker unterstützt den vertikalen Fassadenaufbau eine mit Frauenköpfen verzierte Pfeilerquaderung. Hingegen ist die durch Gesimse bestimmte horizontale Gliederung nur schwach ausgeprägt. Profilrahmung mit Ohren, ornamentierte Brüstungsfelder, Gesimsverdachung (Erker/1. OG) heben die Fensteröffnungen von der Wandfläche ab. Fensterrahmen ergänzen als originale Ausstattungsteile die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Die historische Ausstattung des Hauses belegen: inkrustierter Terrazzoboden mit Einlegearbeit, Wand- und Deckenstuck sowie Kachelsockel im Eingangsbereich; Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten; zum Teil Wohnungs- und Zimmertüren; Parkettboden in den Wohnungen.

Das Haus ist ein orts- und beigeschichtliches sowie städtebauliches Zeugnis der Kölner Neustadt.

Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der zum Neustädter "Dreikönigsviertel" gehörenden Melchiorstraße. Die nach Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben 1881 begonnene und im wesentlichen bis 1914 durchgeführte Stadterweiterung gilt als das bedeutendste Stadtprojekt des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Die historischen Bauten der Melchiorstraße vergegenwärtigen exemplarisch einen für die Stadtgeschichte wichtigen Zeitabschnitt.

Städtebaulich ist das Haus ein wichtiger Bestandteil einer relativ geschlossenen Reihe aus historischen Häusern (Nr. 16 - 24, 28 - 36), die mit den gegenüberstehenden Altbauten (Nr. 11 - 17, 29 - 31) ein in Architektur- und Dekorformen korrespondierendes Ensemble bildet, das den zwischen Ewaldi- und Weißenburgstraße liegenden Abschnitt der Balthasarstraße maßgeblich markiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0