Wohnhaus
Bonner Wall 86 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3655 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bonner Wall 86, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.07.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Der Bau weist sich als 3-achsiges, 4-geschossiges Wohnhaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Seine Fassaden verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist seine baukünstlerische Gestaltung, die sich besonders in der Straßenfassade, einer Putzfassade mit Stuckgliederung äußert. Sie besitzt strengen axialen Aufbau und eine symmetrische Ordnung. Die Symmetrie-Achse wird von größeren Fensteröffnungen gekennzeichnet. Balkone betonen die Außenachsen und geben der Fassade einen feinen plastischen Akzent. Durch unterschiedlichen Wandputz (Putzquaderung/Erdgeschoß und 1. Obergeschoß; Rauputz/2. Obergeschoß, 3. Obergeschoß) wird das Mauerwerk strukturiert. Balkonbrüstungen, Fensterbrüstung und -rahmung sowie Traufgesimsfries sind dekoriert in den Formen eines an klassizistischen Stilelementen orientierten Jugendstiles.
Im Hausinnern sind als originale Ausstattungsteile Deckenstuck sowie stuckierte Stützbalken im Hausflur sowie Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten.
Das Haus ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung des zur Kölner Neustadt gehörenden Straßenzuges Bonner Wall mit Wohngebäuden um 1906. Die nach Plänen von Josef Stübben 1881 begonnene und im wesentlichen bis 1914 durchgeführte Stadterweiterung von Köln gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jahrhunderts im Rheinland.
Von den angrenzenden, zum Teil modernisierten Gebäuden bewahrte das Haus weitgehend sein ursprüngliches Erscheinungsbild und ragt durch seine Bauqualität als straßenprägender Blickfang in der Hausreihe hervor. Seine architektonische Entsprechung findet es in den Häusern Nr. 96, 98 und 100, mit denen es die historische Straßensituation um 1906 vergegenwärtigt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0