Wohnhaus
Bonner Wall 96 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7996 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bonner Wall 96, 50677 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut 1907; Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (seitlich je eine in der Substanz originale Gaube); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederungen des Jugendstil (aufgeputzte Quaderstruktur im EG; Fensterstürze, Fenster- und Balkonbrüstungen größtenteils mit floralem und beschlagwerkartigem Ornament; profilierte Gesimse); Betonung der Mittelachse durch leicht vorkragende Zierbalkone und hohen Dachaufbau mit Schweifgiebel; Fenster und Fenstertüren erneuert (Kunststoff, mit Oberlichtern außer DG); Eingangstür erneuert (Metall).
Rückfront: verputzt; 2 : 5 Achsen; 1 Gaube auf dem Vorderhaus, 3 auf dem Seitenflügel (In der Substanz original); Fenster teilweise erneuert (Einscheibenfenster im EG, Oberlichter verkleidet; sonst mit Oberlichtern, teils in Holz, teils in Kunststoff), teilweise original mit Beschlägen (Seitenflügel: Küchenfenster 2.OG, 3.OG komplett); Fensteröffnungen des Vorderhauses verkleinert (Sohlbänke angehoben); Treppenhausfenster nachträglich mit Glasbausteinen geschlossen; Hoftür original; Fensteröffnungen mit Putzritzungen gerahmt.
Innen original: Eingangsflur: Terrazzoboden (durch Rißbildungen leicht beschädigt) mit Intarsien (geschwungene Jugendstilmotive); Deckenstuck (stilisiertes Mittelornament, einseitig erhaltene Deckenleiste); Treppenhaus: Terrazzoboden mit Bordüre (EG und auf den Zwischen- und Geschoßpodesten); Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Metallhandlauf; im EG Stuckrosette und profilierte Deckenleiste; Wohnungstüren vermutlich original im 2.OG Vorderhaus, im 3.OG und DG; Speichertür; Wohnungen: weitgehend Grundrisse; EG Vorderhaus: großes Sraßenzimmer mit Mittelrosette, profilierter Deckenleiste und Resten der originalen Deckenbemalung mit klassischen Jugendstilmotiven (floraler Jugendstil); 2.OG Vorderhaus: 1 Zimmertür mit Rahmen; Fußleisten im Flur; 2.OG Seitenflügel: 1 Zimmertür mit Rahmen; DG Vorderhaus: vergalste Tür unterhalb der Speichertreppe (Abstellraum); DG Seitenflügel: WC-Tür.
Der Bonner Wall ist Bestandteil der Kölner Neustadt, die als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt wurde. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.
Als südlicher Begrenzung der Neustädtischen Bebauung kommt dem Bonner Wall, der Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt und bebaut wurde, eine besondere städtebauliche Bedeutung zu, da er als Teil der neuen äußeren Wallstraße nur an der nördlichen Seite bebaut wurde und so eine neue Stadtkante bildete, die die Neustadt zum freien Feld, bzw. den sich entwickelnden Vororten städtebaulich evident abschloß.
Die städtebauliche Bedeutung der Wälle als Teil der historischen Befestigungslinie ist für die Stadtgestalt und deren Wahrnehmung von nicht zu unterschätzender Bedeutung, da die gewachsenen Strukturen in Anlage und Benennung der neuen Straßen fortgeschrieben werden und so erlebbar bleiben.
Das o.g. Objekt ist ein integraler Bestandteil dieser historischen Struktur und wurde gegenüber dem Güterbahnhof Bonntor, am Rand eines ehemaligen Arbeiterquartiers errichtet. Es bildet mit den nahezu baugleichen Nachbargebäuden Nr. 98 und 100 ein straßenbildprägendes Ensemble, das über den Zweiten Weltkrieg hinaus die Maßstäblichkeit und baukünstlerische Gestaltung der gründerzeitlichen Bebauung bewahrt hat und somit ein unverzichtbares Zeugnis innerhalb des Ensembles Neustadt-Süd darstellt und daher unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0