Wohn- u. Geschäftshaus

Kempener Straße 115 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3674
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Kempener Straße 115, 50733 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.07.1986
Stadtteil Nippes

Der auf Eckgelände errichtete Bau weist sich als dreigeschossiges, mit Giebelgeschoß versehenes Geschäfts-Wohnhaus von 3:3:3 Achsen aus. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Bemerkenswert in baugeschichtlicher Hinsicht ist seine auf den Straßenraum gezogene architektonische Gestaltung. Der trapezförmige Grundriß paßt den Bau der Ecklage an, wobei die Schmalseite als Giebelfassade ausgebildet ist. Über dem Erdgeschoß, dessen lasttragende Eigenschaft in einer kräftigen Rustizierung sinnfällig gemacht ist, sind die Obergeschosse streng axial geordnet. Eine Werkstein imitierende Quaderung faßt die Putzfassade in den Obergeschossen im Sinne einer Großordnung zusammen. Die Fassade zur Kempener Straße wird von einem zweifenstrigen Erker mit bekrönendem Blendgiebel auf der Symmetrie-Achse plastisch betont und somit als Hauptfassade hervorgehoben. Die in den Formen des linearen Jugendstils gehaltene Bauzier an Rahmung und auf Brüstungsfeldern der Fenster in den Giebelflächen, sowie die breiten, geschweiften Giebel-Profilgesimse sind ein wesentliches Gestaltungsmittel. Die historische Innenausstattung belegen: inkrustierter Terrazzoboden, Wand- und Deckenstuck im Hausflur; Terrazzotreppe mit Eisengeländer; Deckenstuck (zum Teil unter abgehängten Decken) in den Wohnungen und im Eck-Ladenlokal.

Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der Kempener Straße um 1905 - 10. Dieser Straßenzug war einst Bahntrasse der 1856 gegründeten Köln-Krefelder Eisenbahnlinie. Die Umwandlung der Trasse zur Alleestraße geschah ab 1894 nach der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofes und der damit erfolgten Gleisbett-Verlegung. Die Maßnahme wirkte sich auch auf das Ortsbild von Nippes aus.

Städtebaulich wichtig ist das Haus als ein dreiseitig ausgebildeter und somit besonders zur Merheimer Straße mit ihren historischen Gebäuden (Nrn. 177, 179, Eckhaus Nr. 181) vermittelnder Bau. Diese in den Architektur- und Dekorformen miteinander korrespondierenden Häuser bilden ein die Straßenkreuzung markierendes Denkmalensemble.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0