Wohn- u. Geschäftshaus
Merheimer Straße 179 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8233 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Merheimer Straße 179, 50733 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.12.1997 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1906, 3-geschossiges, 3-achsiges Wohn- und Geschäftshaus, Vorderhaus mit Mansarddach und ausgebautem Dachgeschoß, dreigeschossiges, parallel zum Vorderhaus gelegenes Hinterhaus, durch seitlichen, schmalen Treppenhausriegel verbunden, somit u-förmiger, einen Innenhof einschließender Grundriß (Innenhof später größtenteils mit eingeschossigem Schuppen überbaut). Putzfassade mit schlichten Stuckgliederungen im Jugendstil.
Fassade: (Verändert: EG verfliest, Ladenzugang und -fenster erneuert, Hoftor erneuert, Fenster im 1. und 2. OG erneuert: Kunststoffeinscheibenfenster mit Oberlicht und innenliegenden Sprossen.) Hauseingang rechts, originale Haustür mit Glas, Gitter und Knauf, Oberlichtglas erneuert; rechte Achse breiter und giebelbekrönt, im Dach in den beiden linken Achsen je eine hohe Gaube, abgeknickter Teil des Mansarddaches neu mit Kunstschiefer gedeckt. Alle Brüstungsfelder durch Rauhputz, Stuckgirlanden und grüne Fliesen hervorgehoben. Hoffassaden: Backsteinraster, dazwischen zurückspringende Putzflächen, als Hoftür des Ladens die ehemalige straßenseitige Ladentür erhalten, zwei Flurfenster des Treppenhausriegels original mit Ätzglasscheiben erhalten, alle anderen Fenster erneuert, Holz, Einscheibenfenster mit Oberlicht.
Innen original: im Vestibül schlichter Terrazzoboden, Wandfliesen (überstrichen) Stuckspiegel an der Wand und Stuckrosette mit Rahmen; Terrazzotreppe (stark ausgetreten) mit Holzgeländer und Antrittspfosten (Bekrönung fehlt). Alle Wohnungstüren erneuert.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die vor der und um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str., die bis 1890 Longericher Straße hieß, wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".
Das o.g. Objekt ist Teil der nach der Jahrhundertwende entstandenen nördlichen Bebauung dieser Straße und erinnert mit einer Reihe weiterer, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltener Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich. Von großer städtebaulicher Bedeutung ist die gemeinsame Lage mit anderen denkmalwerten Bauten nahe der Kreuzung zur Kempenerstraße. Schützenswert ist ebenfalls die zurückhaltende Fassadengestaltung mit wenigen Stuckgliederungen und den glasierten Fliesen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0