Wohn- u. Geschäftshaus

Merheimer Straße 177 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8172
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Merheimer Straße 177, 50733 Köln
Baujahr1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.10.1997
Stadtteil Nippes

Erbaut 1904, 3-geschossiges, 3-achsiges Wohnhaus, Vorderhaus mit Mansarddach und ausgebautem Dachgeschoß, dreigeschossiges, parallel zum Vorderhaus gelegenes Hinterhaus, durch seitlichen, schmalen Treppenhausriegel verbunden, somit uförmiger, einen Innenhof einschließender Grundriß. Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neorenaissance.

Fassade: (verändert: EG verfliest, Kunststoffenster; restliche Fenster erneuert, Holz, alte Unterteilungen), im EG Gaststätte (verändert), Hauseingang in rechter Achse (verändert, Tür erneuert). Brüstungsgesimse und kräftiges Traufgesims, in den seitlichen Achsen hochrechteckige Fenster in Ohrenrahmen, darüber im Dach abgerundete Gaube; die breite mittlere Achse risalitartig leicht vorspringend, Fugenschnitt, breite Fenster, seitlich der Fenster schmiedeeiserne Verzierungen, unterhalb des Traufgesimses Festongirlande, im Dachbereich betonte spitzgiebelige Gaube (darüber neuere Dachflächenfenster).

Hoffassaden: (im EG-Bereich des Hofes Gaststättenausbauten mit Flachdach) backsteinsichtig, 3/2/2 Achsen, (alle Fenster erneuert, Holz, teilweise andere Teilung, im Spitzboden des Vorderhauses Gaube)

Innen original: im Vestibül Bodenfliesen, Stuck: Hohlkehle und Rosette, im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf (Wohnungstüren erneuert, im 1. OG alle Zimmertüren erneuert, Decken heruntergezogen).

Der rückwärtige kleine Hof ist nicht Bestandteil des Denkmals.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die vor der und um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str., die bis 1890 Longericher Straße hieß, wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".

Das o.g. Objekt ist Teil der nach der Jahrhundertwende entstandenen nördlichen Bebauung dieser Straße und erinnert mit einer Reihe weiterer, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltener Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich. Von großer städtebaulicher Bedeutung ist die gemeinsame Lage mit anderen denkmalwerten Bauten nahe der Kreuzung zur Kempenerstraße. Schützenswert ist ebenfalls die zurückhaltende Fassadengestaltung mit wenigen Stuckgliederungen und den auffallenden, seltenen, schmiedeeisernen Schmuckornamenten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0