Wohnhaus
Heinrichstraße 46 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3968 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Heinrichstraße 46, 50676 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.11.1986 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Das Gebäude weist sich als 3geschossiges, 3achsiges (ehem. Geschäfts- und Wohnhaus aus, dem sich hofwärts ein Seitenhaus anfügt. Baugeschichtlich vertritt es den Typ des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Die Straßenfassade, eine Putzfassade mit Stuckgliederung, ist in den Formen der Renaissance gestaltet worden. Sie ist streng axial, durch Gesimse und Fugenschnitt vertikal gegliedert. Die Symmetrieachse wird betont, indem das Mittelfenster im 1. Obergeschoß von einem Segmentbogen über rosettenbesetztem Sturzbogenfeld bekrönt wird; die Außenachsen tragen profilierte Gesimsverdachung. Derartig wird das 1. Obergeschoß als "Belétage" gekennzeichnet. Die lasttragende Eigenschaft des Erdgeschosses veranschaulicht eine Putzrustizierung. Die Hauswand schließt ein Konsoltraufgesims mit Felderfries ab. Die historische Ausstattung des Hauses belegen: Haus- und Hoftor; Hausinnentür; Wohnungstüren; Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten; Steinplatten-Boden/Erdgeschoß; lt. einer älteren Auskunft ist die Fässer-Hebevorrichtung der Weinhandlung vorhanden.
Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der Heinrichstraße in den 1870er Jahren. Mit der in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Industrialisierung begann auch die Erschließung der innerhalb der Stadtmauer liegenden Freiflächen. Besonders bot die südliche Altstadt noch genügend freies Areal für den Industrie- und Wohnbau. So entstand um 1865 auch die Heinrichstraße als Parallelstraße zur Schnurgasse in einem Gelände, auf dem seit dem Mittelalter Hofgüter von Kölner Familien lagen und noch im frühen 19. Jahrhundert Gärten vorhanden waren. Im Haus Heinrichstraße war ehemals eine Kleiderfabrik/-handlung, später eine Weinhandlung untergebracht.
Städtebaulich wichtig ist das Haus für das Denkmalensemble (Nr. 46, 50 und Eckhaus Steinstr. 12/Heinrichstraße), das die obere Heinrichstraße maßgeblich prägt und somit unter den jüngeren Bauten den historischen Wandel im Straßenbild sinnfällig macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0