Wohn- u. Geschäftshaus

An der Bottmühle 16 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3981
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse An der Bottmühle 16, 50678 Köln
Baujahrum 1883
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.12.1986
Stadtteil Altstadt/Süd

Der in Ecklage errichtete Bau weist sich als viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus von 3:3 Achsen aus. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fasssaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. An originaler Bausubstanz büßte das Gebäude seine ursprüngliche stuckgegliederte Putzfassade ein; als Reste sind im Erdgeschoß die Rustizierung sowie die portalartige Umrahmung des Hauseingangs vorhanden. Balkone mit Schmiedeeisernen Gittern weisen noch auf die ursprüngliche Fassadengestaltung hin. Der baugeschichtliche Wert des Hauses begründet sich daher nicht in der künstlerischen, weil nicht mehr existierenden Gestaltung des Außenbaues, vielmehr in der erhaltenen qualitätvollen Inneneinrichtung, von der besonders die Wand- und Deckenmalerei im Hausflur als ein selten anzutreffendes Dokument der Hausausstattung nach der Jahrhundertwende zu bezeichnen ist.

Hausflur: Wandmalerei je Wand 2 Felder, die getrennt durch einen stuckierten Streifen sind, der sich an der Decke als Malerei fortsetzt. Grundmotiv: Mädchengestalt mit zwei Amoretten in angedeuteter Parklandschaft. Über der Wandmalerei Stukkante mit Blütenmotiv. Deckenmalerei 4 Felder mit Blütenmotiv in den Ecken (Farben: weiß, gold, grau). Stützrahmen zweifarbig marmoriert (braun, grün), Muschelornament/Stuck, Inschrift auf Stirnfläche (Mein Heim - Mein Glück). Kachelsockel (ocker-weißfarbene Kacheln mit Blütenornament). Fliesenboden (Teppich-Muster: mehrfarbig ocker, blau-grau).

Treppenaufgang: Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, Stuckleisten an Podest-Decken, Linkrusta-Tapete.

Wohnungen: Wohnungs- und Zimmertüren, zum Teil Stuckdecken.

Das Haus ist ein orts- und baugeschichtliches sowie städtebauliches Zeugnis der Kölner Neustadt. Die nach Plänen von Josef Stübben 1881 begonnene und im wesentlichen um 1914 abgeschlossene Stadtgründung galt in ihrer Struktur als bedeutendste Stadtanlage des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Der Straßenzug An der Bottmühle entstand nach Festlegung des Fluchtlinienplanes (1883) um einen dreieckigen, die Bottmühle und einen Rest der alten Stadtmauer umschließenden Platz. Die Bebauung erfolgte weitgehend nach der Jahrhundertwende, wofür das Haus als Beispiel zu nennen ist.

Städtebaulich stellt das Haus den Endbau der linken Straßenreihe dar. Die zumeist aus Erstbauten bestehende Reihe wurde zwar teilweise durch Fassadenveränderungen einiger Häuser in ihrem ursprünglichen Charakter beeinträchtigt, bewahrte aber weitgehend ihre originale Grundstruktur, die auch heute noch den architektonischen Maßstab für den Straßenraum bildet.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0