Wohnhaus

An der Bottmühle 6 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0979
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse An der Bottmühle 6, 50678 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.02.1982
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von H.J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Severinswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher, sozialer Bestimmung entstehen. An der Bottmühle entstanden vor allem Wohnhäuser für Bewohner mit gehobenen Wohnansprüchen.

Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit Souterrain und einem Giebelgeschoß An der Bottmühle 6 wurde um 1905 errichtet. Es zeigt eine dreiachsige Fassade (die Mittelachse in den Obergeschossen ist verdoppelt, im Erdgeschoß verdreifacht) mit einem breiten Mittelerker, Balkon und Frontgiebel (zweite Achse) sowie Loggien in den Obergeschossen der Seitenachsen. Die Stuckgliederung teilt den Fassadenaufriß in drei Abschnitte: Souterrain und Hochparterre mit bossierter Rustikastruktur, erstes und zweites Obergeschoß mit feiner Rustikaquaderung und drittes Obergeschoß mit rauher Putzfläche.

Einzelne Dekorformen in romanisch-byzantisierender Manier sowie die weitgehende Symmetrie stellen ein historisierendes Gleichgewicht her zum Jugendstil-Charakter der Fassadengestaltung (Aufrißaufteilung, ornamentale Dekorelemente u.ä.).

Originale Fenster, originale Dachgauben sowie originale Hauseingangs- und Souterraintüren und das Tor ergänzen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.

Im Hausinneren sind erhaltenswürdig: Marmorfußboden, -stufen und -wandverkleidung, Wand- und Deckenstuck sowie ein Messinghandlauf im Hauseingangsbereich; Marmor- bzw. Terrazzotreppe (ab Hochparterre) mit schmiedeeisernem Geländer; originale Wohnungseingangstüren im Treppenhaus; originale Zimmertüren, Deckenstuck und Wandfliesen (Küchen) in den Wohnungen sowie deren originale Grundrißstruktur.

Das Objekt stellt eine großstädtisch entwickelte Variante des ehemals für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß dar. Der ehemalige Anbau ist zu einem geschlossenen Hoftrakt angewachsen, der einen engen Lichthof einschließt.

Die Rückfassade ist mit gelbem Klinker verkleidet und mit einer originalen Türe zum Hof geöffnet.

Mit den Bauten des Platzes An der Bottmühle (Nr. 1, 3, 5, 9, 11, 13, 4 und 10) bildet das Objekt ein städtebauliches Ensemble vier- bis fünfgeschossiger Häuser, die Erker, Balkone, Giebel und Loggien aufweisen und stilistisch als Mischformen zwischen Jugendstil und Historismus zu bewerten sind. In seiner Geschlossenheit repräsentiert dieses Ensemble - das eine würdige Umgebung für die Anlage der Bottmühle darstellt - einen hohen Seltenheitswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0