Wohnhaus
Ubierring 43 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1517 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ubierring 43, 50678 Köln |
| Baujahr | 1910 |
| Eigentum | städtisches / öffentliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.05.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayon-Geländes und somit die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt (Südstadt) dokumentiert. Die Bebauung, nach dem von H.J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan, verlief in mehreren Phasen. Der repräsentative Ubierring entstand im wesentlichen zwischen 1900 - 1906, vereinzelt 1910 - 1913, als eine Alleestraße mit hohen Miet- und Geschäftsgebäuden für Mieter mit gehobenen Wohnansprüchen sowie mit Bauten für öffentliche Einrichtungen.
Das viergeschossige Gebäude mit einem zurück gesetzten Dachterrassen- und einem Souterraingeschoß wurde 1910 errichtet. Die Werksteinfassade ist in vier Achsen ohne jede horizontale Unterbrechung gegliedert und mit einem flach vorgewölbten Erker in der zweiten Achse versehen, der sich über alle drei Obergeschosse erstreckt. Alle Fenster sind mit stilisierten Flachreliefs an den Brüstungen dekoriert. Die vertikalen, schmalen Wandstreifen zwischen den Fensterachsen verlaufen vom Souterrain bis zum profilierten Traufgesims und vermitteln den Eindruck eines Skelettbaus. Die Reihung von fünf schmalen, hochrechteckigen Fenstern in der Erkerzone wiederholt in feinerem Schnitt die vertikale Gliederungsstruktur der ganzen Fassade. Jede dieser Fenstergruppen ist mit Brüstungsgitter, die im dritten Obergeschoß zusätzlich noch mit ornamentalem Oberlichtfries aus Werkstein vorgeblendet. Im Erdgeschoß ist in der ersten Achse eine schmale, auffällig hohe, rechteckige Eingangsöffnung eingeschnitten, in der sich eine in Eisen eingefaßte Glaswand mit Glas-Eisen-Haustüre befindet. Die drei, zur Hälfte von unterhalb des Bürgersteigs herausschauenden Fenster des Souterrains werden mit einfachen Eisengittern geschützt.
Im Hausinneren befinden sich im Hausflur eine hohe Eingangstreppe in weißem Marmor, strenge Stuckfelder über einem hohen Sockel aus grauem Marmor und links und rechts je ein Messinghandlauf. Dahinter ein Treppenhaus in weißem Marmor und schwarzes Schmiedeeisengeländer mit Messinghandlauf. Ein zweites Treppenhaus mit Terrazzotreppe und Eisengeländer mit Holzhandlauf befindet sich im Hinterhaus. Eine Balken- und eine Stuckdecke im Erdgeschoß und Fenster im ersten, zweiten und Souterraingeschoß bezeugen die ursprüngliche Wohnungsausstattung.
Das Haus Ubierring 43 ist ein Beispiel des stilistischen Übergangs vom Neoklassizismus zum "neuen Bauen": Die Fassade ist zwar noch als eine ästhetisch eigenständige Einheit gestaltet, verdeckt jedoch nicht mehr die tektonische Konstruktion des Baus sondern entsteht als ihre Sichtbarmachung. Auch das Zurückdrängen des dekorativen Zierats und der Verzicht auf ein hohes Schrägdach verstärken den Eindruck der damaligen Modernität.
Städtebaulich bildet das Haus einen Bestandteil der Häuserfront Nr. 35 bis 61. Es stellt ein Bindeglied zwischen den Häusern Nr. 35 bis 41, die jeweils in individuell gewichtetem Jugendstil errichtet worden sind, und dem Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums in strengem Neoklassizismus - alle in Werkstein - dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0