Wohnhaus
Clever Straße 8 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4071 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Clever Straße 8, 50668 Köln |
| Baujahr | 1899 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.03.1987 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Gebäude Clever Str. 8 wurde 1899 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit Souterrain, einem Erker samt Balkon und einer Stuckfassade erbaut.
Kunstgeschichtliche Bedeutung besitzt die Fassade des betreffenden Gebäudes. Das Sockelgeschoß des Souterrains verdeutlicht die tragende Funktion durch rustizierte, aufgerauhte Stuckflächen, die im Gegensatz zu den glatten Stuckflächen der darüberliegenden Geschosse stehen. Hauptanziehungspunkt der Fassade bilden die Eingangszone, der Erker und die Fenster. Der Eingangsbereich ist in der Waagerechten durch einen mehrfach abgestuften Balkon, der von schmalen Pilastern mit kleinen Konsolen gestützt wird, unterteilt. Aufsätze mit Kugeln bekrönen diese Unterteilung. Das Fenster des Eingangsbereiches ist wie alle anderen Fenster der Fassade von zierlich wirkenden Rundstäben eingerahmt, die im Erdgeschoß auf der oberen Seite wellen- oder vorhangartige Formen beschreiben. Unmittelbar neben und über dem Eingangsbereich und dem anliegenden Fenster des Erdgeschosses erhebt sich der vom Grundriß her gesehen trapezförmige Erker. Die Brüstungsfelder der Erkerfenster sind durch vielfältige pflanzliche Formen geschmückt, ebenso die Postamente der die Fenster trennenden Pilaster. Die Balustrade des Balkons über dem zweigeschossigen Erker ist mit eingeschriebenen Vierpässen durchbrochen. Die Brüstungsfelder der Fenster des ersten Obergeschosses sind mit Schweifformen besetzt. Die Felder unter den mit Giebeln überdachten und mit Kugelaufsätzen verzierten Fenstern des zweiten Obergeschosses sind auf besondere Weise geschmückt: dort befinden sich zwei Reliefplatten, auf denen innerhalb eines von Blumen umgebenen Kranzes jeweils ein Frauen- und ein Männerkopf im Profil dargestellt sind. Weitgehend schmucklos bildet das dritte Obergeschoß den oberen Abschluß der Fassade, begrenzt durch ein weit hervorkragendes Traufgesims.
Die Fassade, die als konstruktiver Teil des Gebäudes Geschoßgliederung, Geschoßhöhe und Hausproportion wiedergibt, erhält durch die Fugen zwischen den zahlreichen Stuckflächen und durch kräftige Gesimse in der Waagerechten eine übersichtliche, auch Einzelheiten erfassende Gliederung. Durch die Verwendung von schmückenden Teilen aus mehreren Stilepochen wirkt die Fassade abwechslungsreich. Das Innere des Gebäudes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, so daß dort nichts mehr vom ursprünglichen Bestand erhalten ist.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Architekten Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben durchgeführt. Das o. g. Objekt ist ein Zeugnis für die ursprünglich vorgesehene viergeschossige Reihenhausbebauung in diesem zwischen Thürmchenswall und Theodor-Heuss-Ring gelegenen Abschnitt der Clever Straße. Das Gebäude weist somit eine ortsgeschichtliche Bedeutung auf.
Der betreffende Abschnitt der Clever Straße besteht auf beiden Seiten fast vollständig aus Bauten der Stadterweiterung. Mit den denkmalwürdigen Gebäuden Nr. 1, 3, 5, 9, 11, 4 und 12 bildet das Gebäude Nr. 8 ein Denkmalensemble. Die städtebauliche Bedeutung des betreffenden Gebäudes kann von jedem Bewohner und jeder Bewohnerin Kölns bei einem Gang durch die Clever Straße erkannt werden.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0