Wohnhaus
Nießenstraße 11 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4128 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Nießenstraße 11, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.04.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das Gebäude wurde um 1900 errichtet.
Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-geschossige, 3-achsige Traufenhaus als Typ des für den Kölner Raum charakteristischen Dreifensterhauses. Die Stuckfassade mit Stilzitaten der Renaissance wird gegliedert durch Haussockel, Stockwerkgesims, Gurtgesims und ein doppeltes Konsoltraufgesims. Im 3. Geschoß strukturierten Fenstersohlbänke mit Konsolen und segementbogigen Fensterrahmungen mit Kartuschen die Fassade, im 2. Geschoß betonen ohrige Fensterrahmungen mit konsolenverzierten Giebel- und Segementbogenverdachungen sowie mit Pilastern versehene Brüstungsfelder als optische Verlängerung der Fensterachsen, die sogenannte Belétage.
Obwohl dem Haus seine originalen Struktur- und Verzierungselemente wie Sprossenfenster und Haustür genommen wurden, bleibt der Gesamtcharakter der Fassade erhalten, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.
Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: ein inkrustierter Terrazzoboden mit Mosaikkante, ein gedrechseltes umlaufendes Geländer mit Antrittspfosten, Holztreppe, ein Wohnungstürabschluß.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohnhaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vorortes um die Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Aussiedlung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie. Im Gegensatz zu den heutigen Hauptverkehrsstraßen, in denen die Altbauten weitgehend durch Neubauten ersetzt wurden, belegen die kleineren Querstraßen mit eingestreuten alten zwei- und dreigeschossigen Dreifensterhäusern eine frühe Bebauung.
In städtebaulicher Hinsicht bildet das Objekt mit den erhaltenen denkmalwürdigen Bauten um die St. Josephs-Kirche herum ein Denkmalensemble sowie eine historische Platzsituation, die in Verbindung mit den angrenzenden modernisierten Häusern und Neubauten Wirken und Wandel historischer Prozesse anschaulich und erlebbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0