Wohnhaus

Dellbrücker Hauptstraße 102 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4144
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Dellbrücker Hauptstraße 102, 51069 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.05.1987
Stadtteil Dellbrück

Das Gebäude wurde um 1900 errichtet.

Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-geschossige, 5:5-achsige Backsteingebäude (Feldbrandziegel) mit Fassadengliederungen aus gelben und roten Hartbrandklinkern als Beispiel einer auf die Situation eines Vorortes abgestimmten, in den Schmuckformen reduzierten Variante der Ziegelarchitektur der Neorenaissance.

Die Fassaden werden horizontal gegliedert durch profilierte und flache Gesimse, einen Fries (Deutsches Band) und Bänder aus gelben Ziegeln. Die abgeschrägte Hausecke mit geschweiftem Ziergiebel und schmiedeeiserner Wetterfahnenbekrönung wurde in diese Gliederung nicht einbezogen, um eine optisch erhöhende Wirkung zu erreichen. Gerade Fensterstürze in rotem und gelbem Backsteinverband der stichbogigen Fensteröffnungen sowie konsolengestütze Fensterbankgesimse strukturieren und beleben die Fassaden, die als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlichen.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus als Beispiel für das um die Jahrhundertwende einsetzende zügige Wachstum des entstehenden Kölner Vorortes. (Eingemeindung nach Köln 1914).

Die Straßenkreuzung Dellbrücker Hauptstraße/v. Quadtstraße bildet die Grenzlinie des nördlichen zum südlichen Bereich der Dellbrücker Hauptstraße. Während im südlichen Teilstück der ursprünglich unregelmäßige Verlauf des ehemaligen Flurweges beibehalten wurde, ist das nördliche Teilstück (beiderseits der Bergisch-Gladbacher-Straße) nach klassizistischer Planungsauffassung begradigt worden.

Die denkmalwerten Bauten dieses nördlichen Teilstückes stammen vorrangig aus dem Zeitraum um die Jahrhundertwende bis zum 1. Weltkrieg. Es sind typische vorstädtische Wohn- und Geschäftshäuser, deren 2 - 3 geschossigen Fassaden mit mehr oder weniger sparsamen Schmuckformen gestaltet sind, wobei vielfach ein Ziergiebel den oberen schmückenden Fassadenabschluß bildet. Das vorliegende Objekt ist in Dellbrück als sog. Gesellenhaus bekannt und wurde lange Zeit für gesellschaftliche Anlässe genutzt. 1927 wurde es vom katholischen Gesellenverein gekauft, 1948 von der Pfarre St. Josef übernommen.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Beispiel eines Gebäudeensembles mit einer ganzen Reihe von historischen, gut erhaltenen Häusern der Straßenzeile, die Stil, Charakter und Proportion der Architektur des Ortskernes gut ablesbar macht. Durch die typisch abgeschrägte Ecksituation mit Übergiebelung ergibt sich ein markanter, unverzichtbarer Blickpunkt an der o. g. Straßenkreuzung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0