Wohn- u. Geschäftshaus
Dellbrücker Hauptstraße 112 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4361 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Dellbrücker Hauptstraße 112, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1987 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Gebäude wurde um 1905 errichtet. Baugeschichtlich aussagefähig ist das 3-geschossige, 2-achsige Traufenhaus mit gekoppeltem Fensterpaar aufgrund seiner im Jugendstil dekorierten Hausfassade.
Diese wird vertikal gegliedert durch lisenenartige Wandvorlagen im Fugenschnitt, horizontal durch ein nur noch zur Hälfte erhaltenes profiliertes Traufgesims mit Akanthusfries, Fensterbankgesimse, geometrisch angeordnete mit stilisierten Akanthusblättern u. a. Ornamentik dekorierte Fensterbrüstungsfelder (3. OG) sowie Scheibenfries in den Bekrönungsfeldern des 2. OG's.
Die originale Fensterteilung mit Schnitzwerk ergänzt die ästhetische Einheit der Fassade, die trotz des Verlustes einiger Dekorteile und der Veränderung des EG's als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.
Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Holztreppe, gedrechseltes umlaufendes Geländer ab 1. OG, z. T. Zimmertüren.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus als Beispiel für das um die Jahrhundertwende einsetzende zügige Wachstum des entstehenden Kölner Vorortes.
Die in dieser Zeit des industriellen Aufschwungs rasch zusammenwachsenden Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Dellbrück wurden 1905 zusammengelegt und 1914 als Ortsteil Dellbrück nach Köln eingemeindet.
Die Dellbrücker Hauptstraße entstand durch den Ausbau eines ursprünglichen Flurweges, der die umliegenden Dörfer miteinander verband. Ihr Verlauf wurde zu beiden Seiten der Bergisch-Gladbacher-Straße nach dem Vorbild klassizistischer Stadtplanung geradlinig angelegt und ausgehend vom Dellbrükker Bahnhof und einer Poststation in dichter Abfolge und typisch vorstädtischen Wohn- und Geschäftshäusern bebaut, deren 2 - 3-geschossigen Fassaden mit mehr oder weniger sparsamem Stuckdekor gestaltet wurden.
Städtebaulich wichtig ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit dem in Höhe Gliederung und Bauzier ähnlich gestalteten Hauses Nr. 110 sowie einer ganzen Reihe von historischen, gut erhaltenen Häusern der Straßenzeile, die Stil, Charakter und Proportion der Architektur des Stadtkerns ablesbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0