Wohn- u. Geschäftshaus
Brabanter Straße 3 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4172 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Brabanter Straße 3, 50674 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.06.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Gebäude wurde 1898 errichtet.
Baugeschichtlich bedeutend ist das dreigesschossige, dreiachsige Traufenhaus mit Seitenhaus (Backstein) auf L-förmigem Grundriß als Beispiel für den Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses. Die aus Stilanklängen des Barock dekorierte Stuckfassade wird vertikal gegliedert durch einen im Fugenschnitt strukturierten, zweifenstrigen Flachrisalit, dessen Strukturierung sich in pfeilerartigen, die Eckkanten der Fassade betonenden Wandvorlagen wiederholt. Eine horizontale Gliederung wird geschaffen durch Stockwerk-, Gurt- und Fensterbankgesimse und gerade sowie geschweifte Fenstergesimsverdachungen mit barockisierend gestalteten und verschiedenartig geformten Fensterbekrönungsfeldern (Kartuschen, Wappen, Rocaille, plastische Puttenköpfe mit Engelsflügeln). Die ausgekragten Konsolgesimse der beiden Außenachsen sind im ersten und zweiten Obergeschoß so ausgeformt, daß sie gleichzeitig den Grundriß der die Fassade plastisch formenden, mit schmiedeeisernen Gittern ausgestatteten (Blend) Balkone (zweites und drittes Obergeschoß) bilden. Das Erdgeschoß mit rustiziertem Kellersockel und Fugenschnitt zeigt eine in Köln nur noch selten erhaltene originale Ladenausstattung: Eisensäulenrahmung mit Rundbogen verziert, mit Friesen, Kanneluren, Ornamentik und kleinen Kopfplastiken. Auch die noch vollständig erhaltene Fenstersprossenteilung trägt zur ästhetischen Einheit der Fassade bei, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.
Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Holztreppe, gedrechseltes Geländer mit Holzhandlauf nebst geschnitztem Antrittspfosten sowie kleineren Zwischenpfosten, Stützbogen, Deckenstuck (Friese und Ornamentik), Treppenhausfenster, Hoftür, Wohnungstürabschlüsse (Flügeltür mit Kassettenfüllungen, kannelierten Kapitellaufsätzen, Klötzchenfries), Zimmertüren.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterunsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Friesenwall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Brabanter Straße entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 5 und 7, die in Maß und Bauzier eine gestalterische Einheit bilden. In Verbindung mit den anderen historischen Bauten der Straße repräsentiert das in Ringnähe gelegene Objekt den ehemals geprägten Wohnstandard des Belgischen Viertels.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0