Wohnhaus
Titusstraße 24 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4174 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Titusstraße 24, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.06.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1912 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 5-geschossige Dreifensterhaus mit Zwerchdach und 4-geschossigem Erker als Beispiel einer Bauströmung des Deutschen Werkbundes, die sich in der Absage an die herkömmliche Bautradition für die Reduktion von Dekorelementen aussprach.
Bei dem o. g. Objekt beschränkt sich die Bauzier im Wesentlichen auf die Gestaltung der Portalzone (Gesimsverdachung), Medaillons in den Fensterbrüstungsfeldern des 2. OG's sowie Schneckendekor im Bereich des Überganges vom rechteckigen zum abgeschrägten Erkergrundriß. Ein wesentliches Architekturdetail sind die kleinteiligen Sprossenoberlichter der Fenster, die, zum großen Teil erhalten, zur ästhetischen Einheit der Fassade beitragen. Ein weiteres Architekturmerkmal ist die Asymmetrie der Fassade, bedingt durch den von der Mittelachse nach rechts gerückten Erker mit Dachaufbau als plastisches Gliederungselement sowie die Verlegung der Portalzone (mit ovalen, sprossenteiligen Lichtfenster) auf die rechte Außenachse. Ein hoher Werksteinsockel und gekröpfte Gesimse gliedern den horizontalen Aufbau der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.
Die noch erhaltenen historischen Ausstattungsteile im Innern des Gebäudes entsprechen der Architekturauffassung der Fassade: Terrazzotreppe, schlicht gedrechseltes, umlaufendes Geländer sowie ein Geländer vor den bis zum Boden reichenden Podestfenstern; teilweise Wandsockel aus Marmor und Wandgliederungen in Kassettenform, sowie Wohnungstürabschlüsse (vollständig).
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Die am Römerpark gelegene Titusstraße liegt in einem für das aufstrebende Bürgertum der damaligen Zeit charakteristischen Stadtbereich.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als wichtiger Bestandteil eines Gebäudeensembles (Nr. 20, 22, 24), das in seiner Gliederung, Höhe und Bauzier eine architektonische Einheit bildet.
Mit den anderen erhaltenen Bauwerken (Nr. 4, 6, 10) der einseitig bebauten Straße ergibt sich ein in den sternfömig angelegten Eifelplatz einmündendes Straßenensemble, das den ehemaligen Charakter der Gegend dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0