Wohnhaus
Nießenstraße 36 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4195 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Nießenstraße 36, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.06.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das Gebäude wurde um 1900 errichtet. Baugeschichtlich bemerkenswert ist das 4-geschossige, 4-achsige Traufenhaus als Beispiel einer mit Stilzitaten aus der Renaissance bereicherte Architektur um die Jahrhundertwende. Die Fassade, die in ihrer Bauzier mit der des Nachbarhauses (Nr. 34) identisch ist, wird gegliedert durch Doppelgesims, Gurtgesims und ein breites Konsoltraufgesims. Die Fensteröffnungen über dem rustizierten Erdgeschoß sind profiliert gerahmt, das 2. und 3. Geschoß wird durch konsolenverzierte Segment- und Giebelverdachungen im rhythmischen Wechsel betont. An der rückwärtigen Backsteinfassade sind noch teilweise Fenster in der alten Sprossenteilung erhalten. Insgesamt verdeutlicht die Straßenfassade (trotz geringfügiger Stuckbeschädigung) als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohnhaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vorortes um die Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedelung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwikkelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschaftliche Aufschwung führt zu einer immer intensiveren Bebauung des bishesr freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als integraler Bestandteil eines lückenlos erhaltenen historischen Straßenensembles (Nr. 30 - 44), das im Vergleich mit den jüngeren Bauten der Nießenstraße das geschichtliche und baugestalterische Zusammenwachsen der großstädtischen Struktur dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0