Wohnhaus

Nießenstraße 38 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4341
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nießenstraße 38, 51103 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.11.1987
Stadtteil Kalk

Das Gebäude wurde um 1900 errichtet. Baugeschichtlich bemerkenswert ist das viergeschossige, vierachsige Traufenhaus vor allem wegen seiner mit Stuck gegliederten Backsteinfassade. Über dem Erdgeschoß in Putzquaderung mit großer Toreinfahrt auf der rechten Außenachse erhebt sich ebenda ein flacher Risalit mit unregelmäßiger Eckquaderung, der in einem treppenverzierten Giebelgeschoß mit rosettenartigem Bekrönungsfeld ausläuft.

Sockelgesims, Gurt- und Traufgesims sowie Fenstersohlbänke und Fensterrahmungen der geraden und segmentbogigen Fensteröffnungen mit strukturbetonenden Schlußsteinen und Ohren gliedern und strukturieren die Fassade. Die Fenster in originaler Sprossenteilung (3. und 4. Geschoß), teilweise mit Schnitzwerk sowie die originale Haustür tragen optisch zum historischen Erscheinungsbild der Fassade bei, die - trotz nicht unerheblicher Stuckbeschädigungen - als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.

Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohnhaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vorortes um die Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedelung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschfatliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie.

Städtebaulich bedeutsam ist das Objekt als integraler Bestandteil eines lückenlos erhaltenen historischen Straßenensembles mit den Hausnummern 30 - 44, das im Vergleich zu den jüngeren Bauten der Nießenstraße das geschichtlich und baugestalterische Zusammenwachsen der großstädtischen Struktur dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0